Irak
Kidnapper stellen neues Ultimatum

Die Entführer der beiden Deutschen im Irak haben sich wieder gemeldet: In einer neuen Videobotschaft setzten sie der Bundesregierung ein zweites Ultimatum. Auch ein weiteres Land gerät plötzlich unter Druck.

HB BERLIN. In dem Video bittet die entführte Hannelore Krause eindringlich die Bundesrepublik und Österreich um Hilfe. Die 61-Jährige fleht ihre Landsleute an, ihr in ihrer schwierigen Lage zu helfen. „Deutschland war sicher, bevor es sich in diese satanische Koalition mit Amerika begab, um das zu bekämpfen, was sie Terrorismus nennen“, sagte Krause laut arabischer Übersetzung.

An ihre zwei in Deutschland lebenden Kinder gewandt sagte sie: „Vielleicht könnt ihr zu Zeitungen gehen, vielleicht könnt ihr einen Protestmarsch organisieren ... wendet euch an Leute, die euch helfen können, bitte, bitte bitte.“

Ein Extremist sagte in dem Video, die Frau sei auch deswegen verschleppt worden, weil sie in der Österreichischen Botschaft in Bagdad gearbeitet habe. Österreichs Regierung sei dem Islam und den Muslimen gegenüber feindlich eingestellt. Sie habe zudem Truppen in Afghanistan, „die unsere Kinder töten“, erklärte der Sprecher. Krause sagte: „Ich bitte auch Österreich eindringlich, zu mir zu stehen, da ich viele Jahre in der (österreichischen) Handelsabteilung gearbeitet habe. ... Österreich hat auch Soldaten in Afghanistan, und jetzt werde ich womöglich dafür getötet.“

Krause und ihr Sohn Sinan wurden am 6. Februar aus ihrem Haus in dem westlichen Bagdader Bezirk Ghasalija verschleppt. Sie ist seit Jahrzehnten mit einem irakischen Arzt verheiratet.

Am 10. März hatten die Entführer eine zehntägige Frist für den Rückzug aus Afghanistan gesetzt. Einen Tag zuvor hatte der Bundestag die Entsendung der Tornados beschlossen, deren Verlegung am Montag angelaufen war. In dem damaligen Video gaben die Entführer an, der wenig bekannten Extremistengruppe „Pfeile der Rechtschaffenheit“ anzugehören.

Aus Berlin hieß es zu der neuen Botschaft: "Der Krisenstab ist befasst", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Sie wollte zunächst keine weitere Stellungnahme abgeben. Näheres dazu werde womöglich am Vormittag mitgeteilt.

Ein erstes Ultimatum mit der gleichen Forderung war am 21. März verstrichen, ohne dass neue Informationen zum Schicksal der Entführten bekannt wurden. Die Bundesregierung hat mit Blick auf die ersten Forderungen der Entführer mehrmals klargestellt, dass sie nicht erpressbar sei.

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