Irak-Konflikt
UN-Generalsekretär will ein Ende der Gewalt

Etwa 60 Menschen kamen diese Woche bei einer koordinierten Anschlägsserie im Irak ums Leben. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt die Terror-Akte. Denn gerade in diesem Monat sei die Gewalt aufs Schärfste zu kritisieren.
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New York Mit Trauer und Empörung hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf die Terroranschläge im Irak reagiert. Er verurteile die Bombenattentate in mehreren Städten quer durch den Irak auf das Schärfste, teilte ein UN-Sprecher im Namen von Ban mit.

Die Taten, denen nach ersten Erkenntnissen etwa 60 Menschen zum Opfer fielen, seien „besonders schwerwiegend im heiligen Monat Ramadan“, hieß es am Montagabend in New York. Ban forderte die irakische Bevölkerung auf, sich nicht von dem Versuch aufwiegeln zu lassen, mehr Gewalt im Land zu erzeugen. Vielmehr sollte die Führung in Bagdad weiter daran arbeiten, durch einen landesweiten Dialog und Versöhnung Frieden zu schaffen.

Bei der schlimmsten Anschlagsserie seit zwei Monaten im Irak sind am Montag mindestens 60 Menschen getötet worden. Mit ihnen starben drei Selbstmordattentäter. Mehr als 100 Zivilisten, Soldaten und Polizisten wurden verletzt, wie Sicherheitskräfte und Krankenhausärzte mitteilten. Die Terroristen schlugen in acht Provinzen zu. Sie ließen Autobomben und andere Sprengsätze unter anderem vor einem Krankenhaus detonieren. Die Anschläge richteten sich nicht gegen eine einzelne Bevölkerungsgruppe, sondern trafen sowohl Schiiten, Sunniten als auch Kurden.

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte die Anschlagserie und erklärte: „Das Land darf sich durch terroristische Aktionen nicht vom Kurs der demokratischen und gesellschaftlichen Stabilisierung abbringen lassen.“

Bei dem folgenschwersten Anschlag in der 170 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt Al-Kut starben Ärzten zufolge 34 Menschen. Es gab zudem 68 Verletzte. Noch vor Tagesanbruch explodierte vor der Al-Batur-Geburtsklinik ein Sprengsatz. Als nach der Explosion Helfer und Schaulustige zusammenliefen, detonierte eine zweite Bombe, die in einem Auto versteckt war.

Vier Zivilisten starben, als im Zentrum der schiitischen Pilgerstadt Nadschaf kurz hintereinander zwei Sprengsätze detonierten. 20 Menschen wurden nach Auskunft der Polizei verletzt.

Aus der Nachbarstadt Kerbela wurden sieben Tote und 20 Verletzte gemeldet. Augenzeugen berichteten, vor einem Justizgebäude sei eine Bombe explodiert. In der nördlichen Stadt Kirkuk kam durch einen Sprengstoffanschlag auf einem Markt ein Mensch ums Leben, elf Zivilisten wurden verletzt. Nur Sachschaden entstand nach Informationen der Polizei, als Extremisten in der Nacht einen Sprengsatz vor einer im Bau befindlichen syrisch-orthodoxen Kirche in Kirkuk zündeten.

In der nördlichen Stadt Tikrit drangen am frühen Morgen drei Terroristen in den normalerweise streng abgeriegelten Palastkomplex des früheren Präsidenten Saddam Hussein ein. Sie töteten zwei Polizisten und den Chef einer Anti-Terror-Einheit, zehn weitere Polizisten wurden verletzt.

Ein Polizeisprecher erklärte, einer der Angreifer habe sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt. Ein zweiter Attentäter, der den Angaben zufolge ebenfalls einen Gürtel mit Sprengstoff trug, wurde von einem Wachtrupp erschossen. Der dritte Terrorist sei entkommen.

Unklar blieb zunächst, wie die Angreifer in den Palastkomplex gelangen konnten. In Ramadi, westlich von Bagdad, starben zwei Polizisten bei einem Sprengstoffanschlag. Eine Autobombe in der nördlich von Bagdad gelegenen Ortschaft Chan Bani Saad kostete nach Informationen der Agentur Sumeria News fünf Zivilisten das Leben.

An einer Straßensperre in der Provinz Dijala wurden vier Soldaten getötet. Der Nachrichtensender Al-Arabija berichtete von einem weiteren Anschlag in Bagdads Al-Mansur-Viertel. Die USA waren 2003 mit 130 000 Mann in den Irak einmarschiert, zeitweise befanden sich bis zu 170 000 US-Soldaten in dem Land. Seit Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama zieht sich das US-Militär nach und nach aus dem Irak zurück. Derzeit stehen noch 44 000 Mann im Zweistromland.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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