Irak-Krieg
Bush schickt weitere Truppen in den Irak

George W. Bush plant „einen letzten großen Schlag“ im Irak. Dafür will der US-Präsident die Truppen verstärken und tausende zusätzliche Soldaten in den Irak schicken. Dies geht aus einem Strategiepapier der US-Regierung hervor, das eine britische Zeitung enthüllte.

HB WASHINGTON/LONDON. US-Präsident George W. Bush plant, die Truppen im Irak um weitere 20 000 Soldaten zu verstärken. Dies berichtet der „Guardian“ unter Berufung auf anonyme Regierungsquellen. Bush soll zu Vertrauten gesagt haben, die USA und ihre Alliierten müssten „einen letzten großen Schlag“ unternehmen, um den Krieg im Irak zu gewinnen.

Ein entsprechendes Strategiepapier liege bereits vor, es kursiere unter dem Titel „Siegstrategie“. Neben der Aufstockung der Truppen enthält das geheime Papier drei weitere Punkte. Darunter die Forderung, enger mit den Nachbarländern des Irak zusammenzuarbeiten - Kuwait und Saudi Arabien werden ausdrücklich genannt.

Außerdem müsse verstärkt auf eine Versöhnung der Schiiten und Sunniten im Irak hingearbeitet werden. Um Verwaltung und Polizei auszubauen und die Korruption im Irak zu bekämpfen, will die US-Regierung den Kongress um zusätzliche Mittel bitten. Diese Strategie soll Bush und seinen Republikaner nach Angaben des „Guardian“ Zeit verschaffen, um sich von der Niederlage bei den Kongresswahlen zu erholen und den Wahlkampf für das Präsidentenamt im Jahr 2008 vorzubereiten.

Im Streitkräfteausschuss des Senats prallten am Mittwoch unterschiedliche Auffassungen zur Irak-Politik aufeinander. Der demokratische Senator Carl Levin, designierter Ausschussvorsitzender im neuen Senat, trat für einen Teilabzug von Truppen aus dem Irak ein. Die republikanischen Senatoren John Warner, John McCain und Lindsey Graham bezeichneten jeden Truppenabzug aus dem Irak jedoch als katastrophal.

Unterstützt wurden sie von General John Abizaid, dem Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen und Mittleren Osten, der während der Anhörung erklärte: „Unsere Truppen müssen bleiben, wo sie sind.“ Ein Abzug würde nur zu noch mehr Gewalt führen. Das Truppenkontingent solle unverändert bleiben. „Ich bin optimistisch, dass wir den Irak stabilisieren können.“

Eine Wende zum besseren sei noch nicht geschafft, sagte Abizaid. Die Lage habe sich aber seit August etwas verbessert. Damals hatte er noch gesagt, die Gewalt zwischen den Volksgruppen sei das Schlimmste, was er je gesehen habe, und sie könnte zu einem Bürgerkrieg führen.

Mindestens 2 859 US-Soldaten starben seit dem Einmarsch im März 2003 im Irak. In den USA wächst deshalb der Druck auf Präsident George W. Bush, die 140 000 US-Soldaten abzuziehen. Seine republikanische Partei verlor bei den Kongresswahlen Anfang des Monats die Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments.

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