„Irak-Krieg war schwerer Fehler“
Prodi will Bruch mit der Vergangenheit

Der neue Ministerpräsident Italiens, Romano Prodi, hat den US-geführten Krieg im Irak als schweren Fehler bezeichnet und den Abzug italienischer Truppen aus dem Land gefordert.

HB ROM. Der neue italienische Ministerpräsident Romano Prodi hat den US-geführten Krieg im Irak als schweren Fehler bezeichnet und sich für den Abzug der Truppen seines Landes ausgesprochen.

In einer Regierungserklärung vor dem Senat kündigte Prodi am Donnerstag zugleich an, die meisten Gesetze der Regierung seines Vorgängers, Silvio Berlusconi, rückgängig zu machen. Italien müsse sozial, wirtschaftlich und moralisch aufgerüttelt werden, um einen klaren Bruch mit der Vergangenheit zu vollziehen. Prodi war am Mittwoch vereidigt worden und hatte zugleich seine neue Regierung vorgestellt.

Er werde dem Parlament vorschlagen, in Konsultation mit den Alliierten die italienischen Soldaten zurückzuholen, sagte Prodi. Unter massivem innenpolitischen Druck hatte bereits Berlusconi zugesagt, die rund 2600 italienischen Soldaten bis Ende 2006 aus dem Irak abzuziehen. „Wir sehen in dem Krieg im Irak und der Besetzung des Landes einen schweren Fehler“, sagte Prodi in einer 90-minütigen Rede begleitet von lautstarken Protesten von Oppositionspolitikern. „Er hat nichts gelöst, sondern die Sicherheitslage kompliziert ... Der Terrorismus hat im Irak eine neue Basis gefunden und zugleich neue Entschuldigungen für Terroranschläge sowohl im In- als auch im Ausland“.

Einen konkreten Termin für den Truppenabzug nannte Prodi nicht. Mit allen Seiten müsse ein „technischer Zeitplan“ vereinbart werden, sagte er. Nach Ansicht von Militärexperten dürften die Alliierten dafür eintreten, den Abzug über mehrere Monate hinzuziehen. Die italienische Linke hat im Gegensatz zu Berlusconi den vor drei Jahren begonnen Krieg im Irak stets abgelehnt.

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