Irak-Krise
„Ich habe schon neun Kugeln im Körper“

Isis-Kämpfer rücken vor: Nicht nur im Irak, auch im Libanon wächst die Sorge vor einem Flächenbrand. Der Geschäftsmann Aboul Bache reist in den Irak, war selbst Soldat. Er berichtet aus einer Stadt zwischen den Fronten.
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Beirut/DüsseldorfDas Handy ist Aboul Baches persönlicher Terror-Seismograph. Je häufiger es vibriert, desto sicherer kann der Geschäftsmann sein, dass die blutigen Konflikte im Irak und Syrien auch seine Heimat erschüttern. So ist es auch an diesem Morgen.

Wie ein Lauffeuer verbreitet sich am späten Vormittag die Nachricht, dass ein Selbstmordattentäter nicht mal 30 Kilometer von Beirut entfernt in der Ortschaft Dahr al-Baidar im Osten des Landes an einem Kontrollposten der Sicherheitskräfte eine Person mit in den Tod gerissen hat. Nach Polizeiangaben sprengte sich der Mann in seinem Fahrzeug in die Luft.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes meldeten später 34 Verletzte. Getötet wurde demnach neben dem Attentäter tatsächlich auch ein Angehöriger der Sicherheitskräfte. Der Anschlag ereignete sich in der Bekaa-Region an der Hauptstraße von der Hauptstadt Beirut nach Syrien.

Aboul Baches weiß das längst, bevor Fernsehen, Radios, Zeitungen und Nachrichtenagenturen die Schreckensmeldung über ihre klassischen Kanäle in die Welt hinausjagen. Die informellen Informationswege sind bei ihm schneller als die offiziellen. Er ist näher dran. Aber er wäre es lieber nicht. Wie die meisten Menschen in Beirut.

Der 76 Jahre alte, schlanke Mann mit dem schütteren grauen Haar arbeitet für verschiedene europäische Unternehmen, darunter auch deutsche, die etwa im Schiffsbau oder in der Logistik in der Region tätig sind. Er reist viel, spricht mehrere Sprachen, auch ein wenig Deutsch. Er hat als Soldat die Schlachtfelder des libanesischen Bürgerkriegs gesehen, als Geschäftsmann bereiste er die Welt. In den vergangenen zwei Monaten war er viermal im Irak, vornehmlich im Süden des Landes, in der Region der größten Ölfelder nahe der Stadt Basra und der Hafenstadt Umm Qasr. Derzeit ist er in Beirut.

Rund um Aboul Baches Büro im Herzen der libanesischen Hauptstadt spüren die Menschen einmal mehr, dass die Konflikte in der Region, in Syrien und wie jetzt im Irak ihr Land mitzureißen drohen. Die Läden, Geschäfte und Büros schließen nach dem Anschlag.

Ungewöhnlich ist das nicht. „Das tun sie immer“, sagt Aboul Bache. Er ist bisher bis auf zwei, drei Ausnahmen stets in seinem Büro geblieben und hat weitergearbeitet. So ist es auch an diesem Morgen. Er kehrt schnell wieder an den Schreibtisch zurück. „Gott, ich habe schon neun Kugeln im Körper gehabt“, sagt der 76-Jährige wie zur Erklärung und lacht.

Es ist das Lachen eines Mannes, der in seinem Leben viel gesehen hat und der Wunden verschiedenster Art davongetragen hat. Deren Narben ihn aber nicht haben verbittern lassen. Bevor er Geschäftsmann wurde, war er Soldat und kämpfte im libanesischen Bürgerkrieg zwischen 1975 und 1992.

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  • Kopf = Intelligenz, nicht das Geld

  • Das ist so nicht ganz richtig. Das eigentliche und mit Abstand größte Übel ist Saudi-Arabien. Es ist der Hauptgeldgeber, Unterstützer und Ausrüster des aggressiven, militanten, intoleranten, expansiven und menschenverachtend grausamen islamischen Fundamentalismus in seiner konservativsten Ausprägung auf der ganzen Welt. Nur zur Erinnerung sämtliche Attentäter des 11.September waren wie Osama bin Laden saudiarabische Staatsbürger. Jedem (nichtislamischen) demokratisch gesonnenen Europäer, der mal einen Blick auf die Verhältnisse dort wirft, muß bei Dingen wie Religionspolizei, nicht gleichberechtigte Stellung von Frauen in der Gesellschaft, fehlende bürgerliche Rechte und Freiheiten, religiöse Intoleranz, undemokratisches Staatswesen, drakonische und unmenschliche Strafen durch Anwendung der Scharia als Rechtsordnung usw. geradezu übel werden. Das mit solch einem Land überhaupt wirtschaftliche und politische Beziehungen unterhalten werden ist nicht zu begreifen. Eigentlich müßten sofort scharfe Sanktionen gegen dieses Land erlassen werden. Aber im Ernst; natürlich ist dies alles zu begreifen, schließlich ist es der größter Erdölexporteur der Welt, dabei noch politisch wesentlich stabiler (da diktatorische Monarchie) als alle anderen Ölexporteure in der Region sowie der engste und treueste Verbündete der USA in der Region. Außerdem kann man ja schließlich nicht gegen alle noch halbwegs lieferfähigen Ölexporteure Sanktionen verhängen. Denn wer bleibt denn dann noch übrig, wenn man vom Iran und Rußland kein Öl kaufen will und Irak (bald) sowie Libyen nicht mehr liefern können? Schließlich braucht man ja im Westen das Öl. Also bleibt Saudi-Arabien ungeschoren. Ach ja, natürlich ist auch der enorme Reichtum des saudischen Königshauses sehr hilfreich bei der Durchsetzung eigener politischer Interessen.

  • Dass man NICHTS gegen die die ISIs (ägyptischer Name) machen kann, glaubt eh keiner.

    Könnte es sein, man macht das alles, um dem IRAN den Isalmismus ab zu gewöhnen? Wie man weiß, ist Thearan ja der Hydra Kopf des Islamismus.

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