Irak-Krise
Kurdische Armee kopiert Putins Strategie

Die kurdische Armee fordert ein Referendum im Nordirak. Dadurch sollen die von ihnen eroberten Gebiete anerkannt werden. Diese Strategie ist nicht neu – aber sie funktioniert. Das hat bereits das Krim-Referendum gezeigt.
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BagdadDie kurdische Armee hat eine Anerkennung der von ihr eroberten Gebiete im Nordirak durch die irakische Regierung eingefordert. Die Truppen würden die Provinzen Kirkuk, Nineve und Dijala nicht eher verlassen, bis Bagdad nicht Artikel 140 der irakischen Verfassung zur Anwendung bringe, zitierte die Nachrichtenseite „Al-Sumaria News“ einen kurdischen Offizier am Montag.

Artikel 140 der nach dem Sturz des Präsidenten Saddam Hussein durch die USA geschriebenen irakischen Verfassung sieht ein Referendum für die kurdischen Regionen des Iraks vor. Die Bevölkerung der Provinzen Kirkuk, Salaheddin, Nineve und Dijala sollen über eine Zugehörigkeit zur kurdischen Autonomieregion entscheiden. Die Regionen werden zu großen Teilen von kurdischstämmigen Irakern bewohnt, aber von Bagdad aus verwaltet.

Unter Saddam Hussein fand eine „Arabisierung“ dieser ölreichen Region statt, um neue Mehrheitsverhältnisse zu schaffen. Die irakische Regierung unter Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte eine Anwendung von Artikel 140 bisher verhindert. Die kurdische Armee konnte die Region erobern, nachdem Extremisten der Terrorgruppe Isis die irakische Armee von dort vertrieben hatte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Irak-Krise: Kurdische Armee kopiert Putins Strategie"

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  • Warum ist die Minderheit der Kurden immer Opfer von Beschimpfungen und Beleidigungen durch Deutsche Politik und Presse wie heute durch das HB ? Die Kurden mit Putin zu vergleichen bedeutet, dass sie ja nach Aussagen von Deutschland, EU und Amerika etc etwas Völkerrechtswidriges gemacht haben. Das ist nicht der Fall, die Kurden wollen endlich wieder eine freie Heimat haben, was von Deutschen Politikern , Presse zusammen mit Erdogan immer bekämpft wurde. Dabei ist das freie Kurdesdan nicht nur ein Ruhepool für Flüchtlinge, nein auch die Kurdische freie Armee hält die Isis auf Abstand.

    Natürlich wäre Deutschland und die Türkei vermutlich froh ,wenn die ISIS die Kurden überfallen und den Teil Kurdestan besetzen. Aber die kleine tapfere Minderheit der Kurden
    widersetzt sich.Bravo!

    Weiterhin wollen die Kurden keinen Gottesstaat wie es Erdogan will. Alles posetive Zeichen die alle kein Gehör bei der Türkeihörigen Politik und Presse findet.

    Dafür ist die sogenannte freie Deutsche Presse immer bereit masssiv zu zensieren , wenn der Hofstaat verbal angegriffen wird. Freies Deutschland ..lächerlich!

    Für ein freies demokratisches Kurderstan.

  • Hallo Handelsblatt,
    auf der Krim gab es 1991 ein Referendum was dazu führte, dass die Krim weitreichende Autonomie erlangte. Das war ganz und gar ohne Putin. Auch das Referendum 2014 wurde von der Bevölkerung der Krim organisiert und abgehalten, nicht von Putin.
    Jetzt "Kurdische Armee" und "Putin" in einem Satz zu erwähnen, erweckt auf subtile Art und Weise den Eindruck, dass nun Putin an den Unruhen im Irak Schuld sein. Sowas ist doch albern!

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