Irak
Nach den Flugzeugen kommen die Soldaten

US-Präsident Obama überlegt, ob er Bodentruppen schickt. Bundesaußenminister Steinmeier schließt Waffen aus Deutschlands nicht mehr aus und der UN-Sicherheitsrat drängt auf eine schnelle Regierungsbildung im Irak.
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WashingtonDie USA erwägen einen Militäreinsatz, um Tausende jesidische Flüchtlinge im Irak vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu retten. Im Gespräch seien ein Lufteinsatz und eine Rettungsaktion mit Bodentruppen, sagte Präsident Barack Obamas Sicherheitsberater Ben Rhodes dem Sender Fox News. Letzteres würde bedeuten, dass US-Soldaten in direkte Kampfhandlungen mit Extremisten verwickelt werden könnten. „Wir müssen herausfinden, wie wir diese Bevölkerung an einen sicheren Ort bewegen und ihnen humanitäre Hilfe bringen können“, sagte Rhodes.

Der riskante Vorschlag werde aber noch entwickelt und sei noch nicht von Obama genehmigt worden, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwoch online. Das Blatt berief sich dabei auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung.

Derweil teilten die Militärs in Tampa (Florida) mit, dass Drohnen-Luftangriffe gegen die sunnitische Miliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak fortgesetzt werden. Eine Kampfdrohne habe am Mittwochabend (Ortszeit) einen mit Waffen ausgerüsteten Lastwagen westlich des Sindschar-Gebirges angegriffen und zerstört. Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Die US-Luftangriffe hätten den Vormarsch der Miliz Islamischer Staat (IS) zwar verlangsamt, aber bisher nicht gestoppt, hieß es kürzlich dazu vom Pentagon. Die USA fliegen seit vergangenen Freitag wieder Angriffe im Irak.

Am Dienstag waren bereits 130 weitere US-Soldaten in Erbil im Norden des Landes eingetroffen. Sie sollen feststellen, welche weiteren Schritte beim humanitären Einsatz zum Schutz der Jesiden unternommen werden können. Mit der Entsendung stieg die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten auf fast 1000.

Pentagonsprecher John Kirby bestätigte die Pläne zunächst nicht. „Es ist kein Rettungseinsatz in Arbeit“, sagte Kirby gegenüber CNN. Die Lage im Sindschar-Gebirge, wohin sich Zehntausende Jesiden und Christen vor IS-Extremisten geflüchtet haben, sei aber sehr komplex. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ suche man in Washington nach anderen Möglichkeiten, um den Menschen zu helfen. Die vor knapp einer Woche begonnenen Hilfslieferungen von Wasser und Lebensmitteln seien auf Dauer keine Lösung, hieß es.

Kommentare zu " Irak: Nach den Flugzeugen kommen die Soldaten"

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  • Da sind sie wieder vereint fuer den Weltfrieden tätig. Unsere hochgelobten Friedensnobelpreisträger. Obama und die EU-Wertegemeinschaft. Bereit für alte und neue Konflikte alles zu geben. .... Man sollte den Friedensnobelpreis abschaffen

  • @Frau Margrit Steer

    ...und dadurch wird er zu einer großen Gefahr

    nein - deshalb ist er eine große Gefahr! Denn wo uch immer er zündelt - sterben müssen andere...

  • Obama ist ein Blender, immer mehr kommt das jetzt raus.
    Überall zettelt er was an und bringst nichts zu Ende.
    Die Ukraine geht Obama gar nichts an, so frech war noch ein US-Präsident.
    In der Ukraine haben er, die EU und Merkel gezündelt, nicht Putin. Der Krieg, der heute dort herrscht, haben die zu verantworten
    Im Irak hat er viel zu früh sämtliche Soldaten abgezogen. Dass das Land heute derart unstabil ist, hat Obama zu verantworten
    Der schlechteste Präsident den die USA je hatten und dadurch wird er zu einer großen Gefahr

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