Irak
Pressefoto zeigt Saddam in Unterhose

Die britische Boulevardzeitung "The Sun" hat heimlich aufgenommene Bilder des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein veröffentlicht, die den Ex-Diktator unter anderem lediglich mit einer weißen Unterhose bekleidet zeigen.

HB BAGDAD/LONDON. Andere Fotos zeigen ihn beim Waschen einer Hose auf einem roten Plastikstuhl, beim Schlafen und bei einem Rundgang im Gefängnishof. Die amerikanischen Streitkräfte erklärten, sie wüssten nicht, woher die Bilder stammten. Auf Umwegen räumte die US Army allerdings ein, dass der oder die Fotografen aus den eigenen Reihen stammen dürften: "Die multinationalen Truppen im Irak sind verärgert darüber, dass möglicherweise jemand, der für die Sicherheit, das Wohlergehen und die Haft von Saddam verantwortlich ist, diese Fotos aufgenommen hat". Die Aufnahmen seien bereits vor mehr als einem Jahr gemacht worden.

Neben den Fotos veröffentlichte die "Sun" einen Text mit Einzelheiten über die Haftbedingungen des gestürzten Machthabers. Er werde rund um die Uhr beobachtet, damit er keine Chance habe, Selbstmord zu begehen. Selbst wenn er auf der Toilette sitze, werde er überwacht. Saddam verbringe die meiste zeit damit, im Hof des Gefängnisses auf und ab zu gehen, im Koran zu lesen oder "offenbar gedankenverloren auf die Wände seines Zimmers zu starren". Er mache keine Probleme und habe sich anscheinend mit seinem Los abgefunden.

Die US-Militärpolizisten, die Saddam bewachen, legen laut "Sun" Wert darauf, dass er genauso behandelt wird wie andere Häftlinge auch. Einzige Ausnahme: Er dürfe sich weiterhin die Haare färben.

Die Fotos dürften das Ansehen der amerikanischen Besatzungsmacht unter den Irakern weiter sinken lassen. Viele Einwohner des Landes hatten es bereits als entwürdigend empfunden, als die US-Armee nach der Gefangennahme Saddams im Dezember 2003 Videoaufnahmen von einer Untersuchung des Gefassten durch einen Militärarzt veröffentlichen ließ. Saddam trug struppiges Haar und einen wuchernden Bart - viele Iraker waren der Meinung, dass man selbst den verhassten Diktator nicht so hätte zeigen dürfen.

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