Irak
Rumsfeld wirft Medien verzerrte Berichterstattung vor

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat aus dem Irak berichtenden Journalisten eine Verzerrung der Wirklichkeit vorgeworfen. Der als "Falke" bekannte Politiker verbreitete zugleich eine eigenwillige Sicht zu den pro-amerikanischen Artikeln in irakischen Zeitungen.

HB WASHINGTON. Die Reporter würden jede Gelegenheit nutzen, um die USA ins schlechte Licht zu rücken, sagte Rumsfeld am Montag in einer Rede an der John-Hopkins-Universität. Die schlimmsten Meldungen über die US-Armee würden schnell übernommen und ungeprüft in der ganzen Welt verbreitet. Oftmals fehle jede Einbettung in den größeren Zusammenhang.

Dabei sei die Arbeit für Journalisten nicht einfach. „Es muss ein Schock sein für Reporter, die USA zu verlassen, in ein Land zu kommen, das so völlig anders ist, wo sie sich um ihre persönliche Sicherheit kümmern müssen, und dann zum Ort eines Bomben- oder Autobombenanschlags oder einer Schießerei eilen zu müssen und wenig Möglichkeiten zu haben, den Rest des Landes zu sehen.“

Als jüngstes Beispiel nannte er die Berichte über mutmaßlich gekaufte pro-amerikanische Artikel in irakischen Zeitungen. Das US-Militär hatte eingeräumt, einheimische Journalisten für eine solche Berichterstattung bezahlt zu haben. Rumsfeld dagegen erklärte nun, die Sache sei in den Medien hochgespielt worden. „Dabei wissen wir noch gar nicht genau, was die Fakten sind.“

Die US-Regierung sieht sich Meinungsumfragen zufolge mit einer schwindenden Zustimmung der eigenen Bevölkerung zum Irak-Krieg konfrontiert. Mehr als 2100 US-Soldaten sind in dem Golfstaat nach offiziellen Angaben inzwischen getötet worden. Seit Anfang 2003 kamen dort zudem rund 60 Journalisten ums Leben. Journalistenorganisationen zufolge starb ein erheblicher Teil der Reporter durch US-Streitkräfte. Die US-Regierung wurde wiederholt aufgefordert, dazu sowie zur Festnahme zahlreicher Journalisten im Irak Stellung zu nehmen.

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