Irak
Rund 80 Tote bei Anschlag auf Schiiten-Moschee

Der Irak kommt nicht zur Ruhe: Mehrere Selbstmordattentäter haben sich Polizeiangaben zufolge in Bagdad auf dem Gelände einer schiitischen Moschee in die Luft gesprengt. Mindestens 79 Menschen wurden getötet.

HB BAGDAD. Mehr als 160 Personen wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die in Frauenumhänge gehüllten Attentäter sprengten sich kurz nach dem Freitagsgebet in der Buratha-Moschee im Norden der irakischen Hauptstadt in die Luft.

Die Moschee ist dem Obersten Rat für die islamische Revolution im Irak verbunden, der wichtigsten Partei der Schiiten. Die Polizei sprach von zwei Attentätern. Der Geistliche Dschalaladin al Saghir sagte, es habe drei Angreifer gegeben. Einer sei durch die Sicherheitskontrollen für Frauen gekommen und habe sich als erster in die Luft gesprengt. Ein anderer Attentäter sei in den Innenhof der Moschee gegangen, der dritte habe den Sprengsatz in seinem Büro zur Explosion gebracht, sagte der Prediger, der unverletzt blieb.

Er warf den sunnitischen Geistlichen und Politikern vor, Lügen verbreitet zu haben, dass es in der Moschee sunnitische Gefangene und Massengräber gäbe. Bereits am Donnerstag war ein Anschlag nahe einer schiitischen Moschee in Nadschaf verübt worden, dabei kamen zehn Menschen ums Leben. Der sunnitische Politiker Adnan al Dulaimi verurteilte die Anschläge in Bagdad. Alle religiösen und politischen Führer müssten nun zusammenarbeiten, um die Lage zu beruhigen, forderte er im Fernsehsender Irakija.

US-Botschafter Zalmay Khalilzad warnte in einem am Freitag ausgestrahlten Interview, dass ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern der verschiedenen Glaubensrichtungen drohe, sollten die Bemühungen zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit ergebnislos verlaufen. Von einem solchen Konflikt könnte der gesamte Nahe Osten betroffen sein, sagte Khalilzad der BBC.

Zwar verbesserten sich die politischen Kontakte unter den Führern von Sunniten, Schiiten und Kurden, in der Bevölkerung schreite jedoch die Polarisierung voran. Dafür seien bewaffnete Gruppierungen mitverantwortlich. „Was hier passiert, hat enorme Folgen für die Region und die Welt“, sagte Khalilzad. Die US-Streitkräfte meldeten am Freitag den Tod dreier Soldaten bei Anschlägen in Bagdad, Beidschi und der Provinz Anbar.

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