Irak
Saddam Hussein will wieder essen

Der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein hat seinem Anwalt zufolge seinen elftägigen Hungerstreik beendet. Der Ex-Diktator fürchtet, dass seine Gesundheit dauerhaft Schaden nehmen könnte, und will deswegen wieder essen.

HB BAGDAD. Saddam habe mit dem Hungerstreik gegen seine Behandlung vor Gericht protestieren wollen, teilte Verteidiger Chalil Dulaimi am Montag mit. Gleichzeitig forderte er das Gericht auf, die für Dienstag geplante nächste Anhörung wegen der angespannten Sicherheitslage in Bagdad zu verschieben. In dem Prozess gegen Saddam und sieben Mitangeklagte geht es um ein Massaker an Schiiten vor 24 Jahren. Bei einer Verurteilung droht Saddam die Todesstrafe.

Dulaimi sagte nach einem Besuch Saddams im Gefängnis, sein Mandant habe etwas Gewicht verloren und wolle negative Folgen für seinen Körper vermeiden. Weitere Details dazu nannte er nicht. Schon bei der jüngsten Verhandlungssitzung am 14. Februar hatte Saddam von einem Hungerstreik gesprochen. Damals war allerdings nur von drei Tagen die Rede.

Er habe bei dem siebenstündigen Treffen mit Saddam am Vortag zudem die weitere Verteidigungsstrategie erörtert, sagte Dulaimi weiter. „Wir hoffen, das Gericht wird die schwierige Sicherheitslage in Betracht ziehen und die morgige Sitzung verschieben, um die Leben der Anwälte, Zeugen und aller Betroffenen zu schützen“, fügte er hinzu. Seit dem Angriff auf eine schiitische Moschee in Samarra am Mittwoch sind im Irak mehr als 200 Menschen getötet worden.

Das Gericht hatte Anfang Februar Pflichtverteidiger für Saddam berufen, nachdem er und mehrere Mitangeklagte zwei Sitzungen boykottiert und das Verteidigungsteam aus Protest den Saal verlassen hatte. Richter Rauf Abdel Rahman hatte Dulaimi nun aber wieder erlaubt, Saddam zu treffen. Dulaimi selbst sprach von versöhnlichen Gesten von Seiten des Richters. Rahman habe ihm versichert, die Beschwerden der Verteidigung ernst zu nehmen. Gleichzeitig stellte Dulaimi klar, er wolle Saddam auch weiterhin vertreten. Pflichtverteidiger seien für Saddam inakzeptabel. Den Prozess als solchen bezeichnete Dulaimi als eine politische Scheinveranstaltung. Trotzdem werde er seinen Klienten aber nicht sich selbst überlassen.

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