Irak
Saddam-Prozess: Staatsanwalt fordert Todesstrafe

Im Prozess gegen den irakischen Ex-Machthaber Saddam Hussein und sieben weitere Funktionäre seines Regimes hat der Generalstaatsanwalt für alle Angeklagten die Todesstrafe gefordert. Nun müssen die fünf Richter über ein Urteil beraten.

HB BAGDAD. Die acht Angeklagten verzogen bei der Sitzung am Montag fast keine Miene, als das Schlussplädoyer verlesen wurde, in dem für alle „die Höchststrafe“ gefordert wird. Saddam ist in diesem ersten Verfahren unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Die Verteidiger sollen ihre Plädoyers am 10. Juli halten.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, Saddam und seine Getreuen hätten den Attentatsversuch auf den Präsidentenkonvoi in Dudschail 1982 als Vorwand für eine blutige Kampagne gegen die schiitischen Einwohner der Kleinstadt benutzt. Der Angriff auf den Konvoi könne keine Rechtfertigung für die Folter und Hinrichtung von Dutzenden Menschen sein. Schließlich sei Saddam selbst vor seiner Machtergreifung an dem Attentatsversuch auf den früheren irakischen Präsidenten Abdel Karim Kassam beteiligt gewesen.

In Vorbereitung ist derzeit außerdem noch ein Prozess gegen Saddam und andere frühere Regimegrößen wegen der Angriffe irakischer Truppen auf die Kurdengebiete im Norden des Landes. Es ist möglich, dass die Urteilsverkündung im Dudschail-Prozess so lange hinausgezögert wird, bis dieser zweite Prozess abgeschlossen ist. Der Prozess wegen der Hinrichtung von 143 Männern aus Dudschail hatte am 19. Oktober begonnen.

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