Irak
Saddam soll wieder im Hungerstreik sein

Der frühere irakische Präsident Saddam Hussein und die sieben mit ihm angeklagten Ex-Funktionäre sollen in den Hungerstreik getreten sein. Damit reagieren sie offenbar auf die neuerliche Ermordung eines ihrer Anwälte.

HB BAGDAD. Dass die Angeklagten die Nahrungsaufnahme verweigern, geht aus Aussagen des Vorsitzenden von Saddams Verteidigungsteam, Chalil al-Duleimi, am Donnerstag hervor. Mit ihrem Hungerstreik wollten die Angeklagten die irakische Regierung zwingen, ihre Anwälte zu schützen, erklärte er. Am Dienstagabend war Saddams Anwalt Chamis al-Obeidi in Bagdad ermordet worden.

Es war bereits der dritte Verteidiger, der seit Beginn des Prozesses um das Massaker von Dudschail getötet wurde. Nach bislang unbestätigten Angaben soll Al-Obeidis Ehefrau ausgesagt haben, ihr Mann sei aus dem Haus der Familie verschleppt worden. Die Männer, die ihn abgeholt hätten, hätten sich als Geheimdienst-Mitarbeiter ausgegeben.

Al-Duleimi forderte eine internationale Untersuchung der Serie von Morden an den mit dem Saddam-Prozess befassten Anwälten. Der Prozess könne erst fortgesetzt werden, wenn der Schutz der Anwälte gewährleistet sei, fügte er hinzu. Der Generalstaatsanwalt hat die Todesstrafe für Saddam und zwei weitere Angeklagte gefordert. Für vier weitere frühere Regimegrößen beantragte er Haftstrafen. Ein Angeklagter soll freigelassen werden. Die Verteidiger sollen ihre Schlussplädoyers am 10. Juli halten.

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