Irak
Sarkawi soll noch gelebt haben

Gespannte Lage in Bagdad: Einen Tag nach Bekanntgabe des Todes von Abu Mussab el Sarkawi hat die Regierung in der Hauptstadt Bagdad und in Bakuba vorübergehend ein Fahrverbot verhängt, um Vergeltungsanschläge zu verhindern. Derweil mehren sich Berichte, dass Sarkawi bei dem US-Angriff auf sein Versteck nicht sofort gestorben ist.

HB BAGDAD. Der Anführer der El Kaida im Irak sei bei dem Angriff schwer verletzt worden, heißt es aus jordanischen Sicherheitskreisen. Sarkawi habe noch fünf bis zehn Minuten gelebt. Die US-Armee hatte zuvor erklärt, sie habe direkt nach der Attacke mit zwei 500-Pfund-Bomben auf das Haus in Hibhib, nahe der Stadt Bakuba, die Leiche Sarkawis aus dem Gebäude geholt.

Aus Angst vor Vergeltung nach dem Mord an Sarkawi haben die irakischen Behörden heute eine Ausgangsperre verhängt. Während der Zeit der Freitagsgebete soll die Bevölkerung im Großraum Bagdad in ihren Häusern gehalten werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Zwischen 11.00 Uhr (09.00 Uhr MESZ) und 17.00 Uhr gilt zwischen Bagdad und dem nördlich gelegenen Bakuba ein Fahrverbot.

Kurz nach der Meldung über den Tod Sarkawis war in Bagdad bereits eine erste Autobombe explodiert; 13 Menschen starben. Insgesamt wurden gestern in der irakischen Hauptstadt 35 Menschen bei vier Bombenanschlägen getötet.

Auch am heutigen Freitag gab es wieder blutige Zwischenfälle. In einem Vorort von Bakuba starben vier Iraker bei einem Gefecht zwischen US-Soldaten und Aufständischen. Bei den Toten handelt es sich laut Augenzeugen um einen Vater und zwei seiner Söhne sowie einen Nachbarn. Während des Gefechts seien mehrere Häuser mit Mörsergranaten beschossen worden.

„Werden unseren Kampf gegen die Kreuzfahrer nicht einstellen“

Indes gaben auch die Taliban eine Erklärung zum Tod Sarkawis ab. Taliban-Führer Mullah Omar erklärte, der Tod sei bedauerlich, werde den Widerstand im Irak jedoch nicht schwächen, denn es handele sich um einen Widerstand des Volkes, und jeder Jugendliche könne zu el Sarkawi werden. Die Authentizität der Mail, die angeblich von Omar stammt, konnte nicht überprüft werden. „Ich möchte den Muslimen in der Welt versichern, dass wir unseren Kampf gegen die Kreuzfahrer in Afghanistan nicht einstellen werden“, erklärte der Autor der Mail. Omar wird im Süden Afghanistans oder im Gebiet der afghanisch-pakistanischen Grenze vermutet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%