Irak
Schwerere Anschläge in Bagdad – mindestens 55 Tote

Neues Blutbad im Irak: Bei Bombenanschlägen auf zwei Marktplätzen in Bagdad sind 55 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden.

HB BAGDAD. Auf dem beliebten Ghasil-Kleintiermarkt im Zentrum der irakischen Hauptstadt sprengte sich am Freitag eine Attentäterin in die Luft. Die Explosion tötete 45 Menschen. 80 weitere wurden verletzt, wie die Polizei weiter mitteilte. Es war einer der schwersten Anschläge in Bagdad seit Monaten.

Der Ghasil-Markt war im vergangenen Jahr mindestens drei Mal Ziel von Attentaten. Bei einem zweiten Anschlag auf einen Geflügelmarkt im Süden Bagdads wurden nach Polizeiangaben zehn Menschen getötet und 30 verletzt.

Am Ghasil-Markt luden Polizisten und Sicherheitskräfte Verwundete in Autos und auf Kleinlaster, wie Augenzeugen berichteten. Rettungswagen versuchten sich einen Weg durch die Menschenmenge zu bahnen. Der Markt gehört zu den beliebtesten Treffpunkten Bagdads. Jeden Freitag strömen Hunderte Menschen an die Stände, an denen Hunde, Affen und Papageien, Tauben und Tropenfische angeboten werden.

Im vergangenen Jahr hat es mindestens drei Anschläge auf den Markt gegeben - jedoch bisher mit weniger Todesopfern: Ende November starben 13 Menschen bei der Detonation einer Bombe, die ebenfalls in einer Vogelkiste versteckt war. Bei Anschlägen im Januar und Februar wurden insgesamt rund zehn Menschen getötet.

US-Soldaten halfen Augenzeugen zufolge mit, die Gegend rund um den Ghasil-Markt abzuriegeln. Die jüngste Attacke auf den Markt war ein schwerer Schlag für die Bewohner von Bagdad, die sich angesichts der verbesserten Sicherheitslage langsam wieder mehr auf die Straße trauten. Das US-Militär hatte jedoch wiederholt davor gewarnt, dass ein erneutes Ansteigen der Gewalt im Irak denkbar ist.

Seit Juni nahm die Zahl der Anschläge im Irak um insgesamt 60 Prozent ab, nachdem das Land zuvor am Rande eines ausgewachsenen Bürgerkriegs gestanden hatte. Der Erfolg war auf die Stationierung von 30 000 zusätzlichen US-Truppen im Juni und den verstärkten Einsatz irakischer Freiwilligen-Patrouillen zurückgeführt worden.

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