Irak
Selbstmordattentäter töten mindestens 90 Pilger

Fataler Selbstmordanaschlag auf schiitische Pilger im Irak: Attentäter haben nahe der Stadt Hilla mindestens 90 Menschen getötet, 120 wurden verletzt.

HB BAGDAD. Nach Angaben aus umliegenden Krankenhäusern und aus Polizeikreisen wurden dabei auch mindestens 160 Menschen verletzt. Die Attentäter hätten ihr Sprengstoffgürtel inmitten der Pilger gezündet.

Die Pilger waren zu Fuß auf dem Weg zu den heiligen Stätten von Kerbela. Der Anschlag ereignete sich auf einer Straße zwischen Hilla und Nadschaf. In Kerbela begehen die schiitischen Muslime am kommenden Wochenende den 40. Tag nach dem Tod des Imam Hussein. Der Enkel des Propheten Mohammed war im Jahr 680 getötet worden.

Die Schiiten begehen sowohl den Todestag Husseins als auch den 40. Tag nach dessen Tod. Dieser Tag markiert das Ende der Trauerzeit. Rund um Kerbela, wo die Grabmoschee Husseins steht, wurden nach Angaben eines Polizeisprechers bereits 8000 Polizisten postiert, um die Pilger zu schützen. Es wird mit mehr als einer Million Besucher gerechnet.

Auch in und um Bagdad sowie im Norden des Irak wurden schiitische Pilger zum Ziel von Anschlägen. Allein bei der Explosion einer Autobombe im Bezirk Dura im Süden der Hauptstadt, wurden nach Polizeiangaben zwölf Menschen getötet und 23 verletzt.

Beim schwersten der jüngsten Anschläge auf das US-Militär wurden in der Unruheprovinz Salahaddin nördlich Bagdads am Montag sechs Soldaten getötet und drei verletzt, weil in der Nähe ihrer Fahrzeuge ein Sprengsatz explodierte. Am selben Tag kamen nach Militärangaben drei weitere US-Soldaten in der Provinz Dijala ebenfalls im Umland der Hauptstadt bei einem ähnlichen Anschlag ums Leben. Einer ihrer Kameraden wurde verletzt.

Irakische und US-Sicherheitskräfte haben vor rund drei Wochen mit einem massiven Truppenaufgebot eine Offensive in der irakischen Hauptstadt begonnen. US-Kommandeure haben vor diesem Hintergrund Befürchtungen geäußert, es könne nun außerhalb der Stadt verstärkt zu Anschlägen kommen. Besondere Sorge bereitet ihnen, dass Rebellen bei Anschlägen vermehrt Sprengsätze verwenden, die eine tödliche Durchschlagskraft entwickeln. Mehrere US-Kommandeure haben dem Iran vorgeworfen, die Bomben stammten aus seiner Produktion.

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