Irak
Über 30 Tote bei Anschlagsserie im Irak

Nachdem die Zahl der Anschläge in den vergangenen 18 Monaten abgenommen hatte, eskaliert die Gewalt nach dem Abzug der US-Truppen wieder.

HB MOSSUL/BAGDAD. Bei Anschlägen auf Schiiten im Irak sind am Freitag mindestens 37 Menschen getötet worden. Insgesamt 109 Menschen wurden nach Angaben von Polizei und Rettungsdiensten verletzt. Der folgenschwerste Anschlag wurde in Raschidija, nördlich von Mossul, verübt. Dort brachte ein Selbstmordattentäter seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen kurz nach dem Ende des Freitagsgebets vor einer schiitischen Moschee zur Explosion. Bei der Detonation wurden mindestens 30 Menschen getötet und 88 weitere verletzt. Dutzende seien noch unter den Trümmern begraben, sagte ein Polizeisprecher der Provinz Niniveh.

Die Anschläge im Irak haben in den vergangenen 18 Monaten zwar deutlich abgenommen. Nach dem Abzug der US-Kampftruppen aus den Städten im Juni war aber gerade in Mossul die Gewalt wieder eskaliert. Die Stadt gilt als letzte Hochburg der radikal-islamischen Al-Kaida und anderer Aufständischer. Sie sind überwiegend Sunniten.

In der Hauptstadt Bagdad kamen bei drei weiteren Bombenanschlägen auf Schiiten insgesamt sieben Menschen ums Leben. Ziel der Bluttaten waren Pilger, die von einer religiösen Feier in der rund 80 Kilometer südlich gelegenen Stadt Kerbela zurückkehrten. 21 Pilger wurden verletzt. Hunderttausende Schiiten waren in den vergangenen Tagen nach Kerbela gereist, um das Fest Schabanija zu feiern. Dabei wird der Geburt des zwölften Imams Mohammed al Mahdi gedacht, der im neunten Jahrhundert spurlos verschwunden war. Die Schiiten glauben, dass der "versteckte Imam" eines Tages zurückkehren wird, um der Welt Frieden zu bringen.

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