Irak
US-Militärs rüsten sich für „Worst-Case-Szenario“

Die USA stocken die Zahl ihrer Soldaten im Irak auf. Während seiner Lateinamerikareise kündigte US-Präsident Bush die Entsendung von tausenden weiteren Soldaten in den Golfstaat an. Ob dies die Gewalt eindämmen kann, ist zweifelhaft. Das Pentagon arbeitet offenbar schon an einem Notfallplan.

HB WASHINGTON. Erwogen werde in dem Plan auch ein genereller Abzug und eine stärkere Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte, berichtete die „Los Angeles Times“. Die Planungen befänden sich noch in einem frühen Stadium, hieß es unter Berufung auf Militärvertreter und Berater des Verteidigungsministeriums.

„Dieser Teil der Welt ist allergisch gegen ausländische Präsenz“, sagte ein Pentagon-Vertreter. „Es gibt nur ein kleines Zeitfenster, und die Möglichkeit eines Einflusses mit einer großen US-Streitmacht kann zu einem Punkt führen, der selbstzerstörerisch ist.“

Auch US-Generäle unterstützen den Plan. "Es gibt einen breiten Konsens über die richtige Langzeit-Strategie. Ich kenne keinen der daran glaubt, dass die derzeitige Truppenverstärkung die Lösung ist", zitiert die Zeitung einen Berater des US-Verteidigungsministeriums.

Noch verfolgt die US-Regierung im Irak allerdings die Strategie, mit Truppenverstärkungen und einer aggressiven Bekämpfung von extremistischen Gruppen die Sicherheitslage im Land zu stabilisieren. Bush bestätigte während seiner Lateinamerikareise die Entsendung von weiteren 8200 Soldaten nach Afghanistan und in den Irak. Danach sollen zusätzlich zu den bereits im Januar angekündigten 21 500 Mann weitere 4700 Soldaten in den Irak abkommandiert werden. Nach Afghanistan würden 3500 weitere Soldaten entsendet und der Kampfeinsatz von 3200 Soldaten verlängert, berichtete die „Los Angeles Times" weiter.

Mit der Aufstockung im Irak soll vor allem die Lage in der Hauptstadt Bagdad beruhigt werden, wo es immer wieder zu Anschlägen mit zahlreichen Toten kommt. Die Pläne gelten als die womöglich letzte Chance Bushs, das US-Engagement im Irak zu retten und die Öffentlichkeit wieder auf seine Seite zu bringen.

Derzeit befinden sich etwa 140 000 US-Soldaten im Irak. Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus wollen erreichen, dass die US-Truppen bis spätestens August 2008 aus dem Irak abzuziehen.

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