Irak
US-Oberbefehlshaber deutet Truppenabzug für März an

Der US-Rechnungshof hat in einer Analyse zur Lage im Irak eine sehr negative Bilanz gezogen. 11 der 18 gesetzten Ziele seien in den vergangenen Monaten verfehlt worden, hieß es. Mit Spannung wird nun der Bericht von General David Petraeus erwartet. Der US-Oberbefehlshaber im Irak dürfte mit seinen Äußerungen im Vorfeld für zusätzliche Nervosiät im Weißen Haus gesorgt haben.

HB WASHINGTON. Der US-Oberbefehlshaber im Irak, General David Petraeus, hat angedeutet, dass er eine Reduzierung der US-Truppen ab März kommenden Jahres empfehlen würde. In einem Interview des US-Fernsehsenders ABC sagte der General auf die Frage der Reporterin, ob eine Reduzierung der Truppen ab März erfolgen sollte, um eine weitere Belastung der US-Streitkräfte zu verhindern: „Ihre Berechnungen sind ungefähr richtig.“ Es gebe Grenzen für die Belastbarkeit der Truppe, sagte Petraeus. „Das muss ein Hauptgesichtspunkt für meine Empfehlung sein.“

Am kommenden Dienstag soll Petraeus zusammen mit dem US-Botschafter in Bagdad, Ryan Crocker, in Washington vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats Bericht erstatten. Bereits einen Tag zuvor müssen beide bei einer Anhörung im Abgeordnetenhaus Auskunft zur Lage im Irak geben.

Wie der US-Sender unter Berufung auf Militärkreise weiter berichtete, könnte mit einer kleineren Truppenreduzierung bereits vorab im Dezember begonnen werden. Alle 45 Tage könnte die Truppenstärke leicht zurückgeführt werden, bis die Gesamtzahl der US-Soldaten im Irak wieder bei 130 000 liege, hieß es. Derzeit sind 164 000 GIs im Irak stationiert.

Die Ankündigung zum baldigen Truppenabzug kommt, nachdem der US-Rechnungshof der Bush-Regierung eine verheerende Bilanz im Irak ausgestellt hat: Die US- und die irakische Regierung hätten nur wenige Ziele erreicht, die der US-Kongress für eine Stabilisierung des Golfstaates gesetzt hatte – 11 von 18 politischen Zielen wurden verfehlt. Die Gewalt bewege sich nach wie vor auf einem hohen Niveau. Die Ergebnisse im Sicherheitsbereich seien trotz der Aufstockung um 30 000 Soldaten seit Anfang des Jahres bestenfalls als gemischt zu bewerten.

Der Rechnungshof-Bericht gibt den Bush-Kritikern neue Nahrung. Die „unabhängige Einschätzung“ des Rechnungshofes sei eine weitere klare Beurteilung „für eine Politik, die einfach nicht funktioniert“, sagte der demokratische Senator John Kerry. Auch nach der optimistischen Rede von US-Präsident George W. Bush bei seinem Überraschungsbesuch am Montag im Irak drängen die US-Demokraten auf einen baldigen Truppenabzug.

„Sobald ich Präsidentin bin, werde ich die Stabschefs, meinen Verteidigungsminister und meine Sicherheitsberater anrufen und ihnen eine ganz einfache Anweisung geben: Beginnt mit den Planungen und bringt sie (die Truppen) so schnell wie möglich nach Hause“, sagte die Favoritin für die Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten, Senatorin Hillary Clinton in Iowa laut dem „Sioux City Journal“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%