Irak
USA kündigen Amnestie für 500 Iraker an

Die USA haben eine Amnestie für mehr als 500 Gefangene im Irak angekündigt. Wer allerdings Blut an den Händen habe, bleibe in Haft, betonte der US-Verwalter im Irak, Paul Bremer.

HB BAGDAD. Die USA haben eine Amnestie für mehr als 500 Gefangene im Irak angekündigt. Von der Entscheidung sollten Gefangene profitieren, die innerhalb der vergangenen acht Monate inhaftiert worden seien und die kein größeres Sicherheitsrisiko darstellten, sagte der US-Verwalter im Irak, Paul Bremer, am Mittwoch in der Hauptstadt Bagdad. Die Maßnahme solle als ermutigende Geste gegenüber Irakern verstanden werden, die zur Aussöhnung bereit seien. Wer allerdings Blut an den Händen habe, bleibe in Haft, betonte Bremer.

Die US-Streitkräfte sehen sich seit dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen immer wieder mit Beschwerden irakischer Familien konfrontiert, deren Angehörige nach ihren Angaben von den Besatzungstruppen ohne stichhaltige Begründung festgenommen und inhaftiert wurden - oftmals nur, weil sie sich zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort aufgehalten hatten

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Die US-Streitkräfte halten derzeit rund 9000 Iraker gefangen. Der prominenteste Häftling der USA ist der am 13. Dezember in einem Erdloch nahe seiner Heimatstadt Tikrit entdeckte ehemalige Präsident Saddam Hussein. Er wird seitdem an unbekanntem Ort von US-Spezialisten verhört.

Vertreter des US-Verteidigungsministeriums stellten zudem eine Umstrukturierung bei der Führung der US-Truppen im Irak in Aussicht. So solle künftig ein Vier-Sterne-General für Sicherheitsfragen im Irak zuständig sein, verlautete aus Kreisen des Ministeriums. Diese Überlegung sei mit Blick auf die für Mitte des Jahres vorgesehene Installierung einer irakischen Übergangsregierung zu verstehen, hieß es dazu weiter in Washington.

Keine dunklen Sonnenbrillen

Wie die „Washington Post“ am Mittwoch berichtete, sollen im so genannten sunnitischen Dreieck nördlich und westlich von Bagdad demnächst US-Marineinfanteristen die regulären Truppen der US-Army ablösen. Die Region gilt bei den US-Soldaten wegen zahlreicher Anschläge als besonders gefährlich. Nach den Planungsunterlagen, die von der Zeitung zitiert werden, legen die Verantwortlichen beim Einsatz der US-Marines besonderen Wert auf einen sensiblen Umgang mit der einheimischen Bevölkerung

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So sollen die Marines, die in der Region eingesetzt werden, zumindest Grundkenntnisse im Arabischen mitbringen. Zu ihren Verhaltensmaßregeln soll zudem gehören, dass sie beim Kontakt mit den Irakern keine dunklen Sonnenbrillen tragen.

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