Irak
Washington bläst zum Rückzug

Die USA und Großbritannien könnten einem Zeitungsbericht zufolge schon im März 2006 mit einem Abzug ihrer Truppen aus dem Irak beginnen. Die beiden Länder würden die Parlamentswahl im Irak in dieser Woche als grünes Licht für die Einleitung des Abzugs sehen.

HB LONDON. „Es wird schrittweise im Laufe des nächsten Jahres geschehen“, zitierte die Tageszeitung „Times“ einen nicht namentlich genannten westlichen Diplomaten. Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums sagte, der Bericht stimme mit früheren Äußerungen der Regierung überein. Den März-Termin für einen Abzug wollte er indes nicht bestätigen. „Unser Plan für einen allmählichen Abzug der Truppen aus dem Irak gründet eher auf den Umständen als auf konkreten Terminen“, sagte er.

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Montag angekündigt, der US-Kommandeur im Irak, George Casey, werde die Situation rasch nach den Wahlen einschätzen und könnte noch im Dezember eine Empfehlung dazu abgeben, ob und wann Soldaten abgezogen würden.

Indes hat US-Präsident George W. Bush seine Entscheidung zum Sturz Saddam Husseins verteidigt. Der Expräsident sei eine Bedrohung gewesen und man habe geglaubt, dass er über Massenvernichtungswaffen verfüge. Auch mit dem heutigen Wissen würde er wieder die gleiche Entscheidung treffen, versicherte Bush.

Auf die Frage nach der Zahl der getöteten Iraker antwortete der US-Präsident, beim Einmarsch und der anhaltenden Gewalt seien etwa 30 000 Menschen ums Leben gekommen. Sein Berater Dan Bartlett stellte später klar, dass es sich dabei nicht um eine offizielle Statistik der Regierung handele, sondern dass Bush schlicht eine in den Medien veröffentlichte Schätzung wiedergegeben habe.

Bush erklärte, dank des Muts des irakischen Volkes werde das ablaufende Jahr später als Wendepunkt in der Geschichte des Iraks und der Freiheit gesehen werden. Kein Land habe den Übergang zu einer Demokratie ohne „Herausforderungen, Rückschläge und Fehlstarts“ bewältigt.

Die Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten liegt derzeit bei rund 2100, etwa 16 000 wurden verwundet. Beinahe täglich werden die Soldaten und von den USA ausgebildete irakische Sicherheitskräfte von Aufständischen angegriffen.

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