Irak
Weltweites Entsetzen nach Anschlagsserie in Bagdad

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die jüngsten Bombenanschläge in Bagdad "auf das Schärfste" verurteilt. Auch die USA und andere Länder verurteilten die Anschläge. Bei den Anschlägen auf Ministerien und Behörden waren am Dienstag mindestens 127 Menschen ums Leben gekommen. Am heutigen Mittwoch gab es erneut einen Anschlag.
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HB NEW YORK/BAGDAD. Die Täter und Unterstützer müssten vor Gericht gebracht werden, forderte der Rat in New York. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach am Dienstag (Ortszeit) von einer abscheulichen Bluttat. Die Zahl der Todesopfer bei den Anschlägen auf Ministerien und Behörden stieg unterdessen auf mindestens 127. Bei einem neuerlichen Anschlag in der irakischen Hauptstadt wurden am Mittwoch wurden zwei Menschen getötet.

Der Sprengsatz war nach Polizeiangaben in einem Mülleimer im sunnitischen Stadtteil Asimijah versteckt und explodierte, als dort Straßenreiniger unterwegs waren. Drei Passanten seien verletzt worden.

In Washington verurteilte das Weiße Haus die Anschläge vom Dienstag. Verantwortlich seien diejenigen, die sich nach der Verabschiedung eines Wahlgesetzes von dem demokratischen Prozess im Irak bedroht fühlten, sagte Regierungssprecher Robert Gibbs. Auch die syrische Regierung wandte sich "entschieden gegen die terroristischen Bombenanschläge". Die Beziehungen zwischen Syrien und dem Nachbarland Irak sind zunehmend gespannt, da die Regierung in Bagdad Damaskus vorgeworfen hat, Führungsmitgliedern der ehemaligen Baath-Partei von Saddam Hussein Unterschlupf zu gewähren.

Die Täter brachten mindestens drei Autobomben zur Explosion. Außerdem sprengte sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe einer Kontrollstelle der Polizei in die Luft. Ziele waren das neue Finanzministerium, das Arbeitsministerium und ein Gericht. Rund 500 Menschen wurden verletzt.

Wahlen am 6. März

Die Iraker sollen am 6. März kommenden Jahres ein neues Parlament wählen. Das meldeten irakische Nachrichtenagenturen am Dienstag nach einem Treffen von Vizepräsident Tarik al-Haschimi mit Vertretern der unabhängigen Wahlkommission.

Die Wahl war ursprünglich für den 18. Januar angekündigt gewesen. Ein Streit um die Verteilung der Mandate auf die einzelnen Provinzen und um die Stimmen der Auslandsiraker hatte die Vorbereitungen für den Urnengang jedoch verzögert.

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