Irak
Wieder misshandelte Häftlinge in Bagdad entdeckt

Die irakischen Behörden haben kurz vor der Parlamentswahl in einer überfüllten Haftanstalt des Innenministeriums wieder misshandelte Gefangene entdeckt. Die Entdeckung den Druck auf die schiitisch dominierten Regierung von Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari erneut verstärken.

HB BAGDAD. Das Menschenrechtsministerium erklärte am Montag in einer Stellungnahme, 13 der Männer hätten medizinische Behandlung benötigt. Ein Ermittlungsrichter habe die sofortige Freilassung von 56 Personen angeordnet, die offenbar ohne Grund in der Haftanstalt in Bagdad inhaftiert worden seien.

Das Ministerium erklärte,in der Haftanstalt seien 625 Menschen untergebracht gewesen. Nach einer Anweisung des Justizministeriums seien 75 von ihnen in andere Gefängnisse verlegt worden. Im vergangenen Monat hatten US-Truppen 173 unterernährte und teilweise misshandelte Häftlinge in einem Gefängnis des Innenministeriums im Stadtteil Dschadrija entdeckt.

Ministerpräsident Dschaafari sicherte eine eingehende Untersuchung der Vorwürfe zu. Innenminister Bajan Dschabr erklärte am Sonntag, die Ermittlungen dauerten noch an. Er hoffe, sie seien bald abgeschlossen, um die Verantwortlichen bestrafen zu können. Die irakischen Behörden haben kurz vor der Parlamentswahl in einer überfüllten Haftanstalt des Innenministeriums wieder misshandelte Gefangene entdeckt. Die Entdeckung den Druck auf die schiitisch dominierten Regierung von Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari erneut verstärken.

Bereits vor dem allgemeinen Wahltermin am Donnerstag durften am Montag die Menschen in Krankenhäusern, Militärlagern und Gefängnissen ihre Stimmen abgeben. So sollten im Bagdader Krankenhaus Jarmuk 1500 Patienten zur Wahl gehen können. Am Dienstag können die etwa 1,5 Millionen im Ausland lebenden Iraker mit der Stimmabgabe beginnen. Für sie stehen zwei Tage lang Wahllokale in 15 Ländern offen - unter anderem in den USA, Kanada und Australien.

In Ramadi fiel ein weiterer US-Soldat einem Anschlag zum Opfer. Der Marineinfanterist kam bei Kampfhandlungen in der Nähe der Stadt ums Leben, wie die amerikanischen Streitkräfte erklärten. Er war bereits der achte US-Soldat, der seit Donnerstag in der Umgebung von Bagdad getötet wurde. Insgesamt stieg die Zahl der getöteten US-Soldaten seit Beginn des Irak-Kriegs nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP auf 2143.

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