Iraker wurden mit Sandsäcken auf dem Kopf gequält
Neue Misshandlungsvorwürfe gegen britische Soldaten

Britische Soldaten im Irak sind erneut der Misshandlung von Gefangenen beschuldigt worden. In der Boulevardzeitung „Daily Mirror“ berichtete am Freitag ein Soldat, er habe in vier Fällen selbst gesehen, wie irakische Gefangene in Basra zusammengeschlagen worden seien.

HB LONDON. „Ein Unteroffizier ist zu einem Verdächtigen gegangen, der einen Sandsack über dem Kopf hatte, und hat seine Finger in die Augen dieses Typen gestochen, bis der vor Schmerzen geschrien hat“, wurde der Soldat zitiert. „Ich habe ihre Gesichter gesehen, wenn ihnen die Sandsäcke wieder abgenommen wurden. Die Nasen waren richtig gebogen.“

Einige Offiziere hätten die Soldaten noch darin bestärkt, mit den Gefangenen so rücksichtslos umzugehen. Der Soldat sagte dem „Mirror“ aber auch, er schätze, dass von den tausenden britischen Soldaten im Irak nur etwa hundert so brutal vorgingen. „Die meisten sind gut“, versicherte er. „Es ist nur so, dass da ein paar Leute in den falschen Positionen sind.“ Das britische Verteidigungsministerium bestätigte, dass sich der Soldat mit seinen Aussagen auch an die Militärpolizei gewandt habe. Die Vorwürfe würden nun untersucht. In dem Zeitungsinterview blieb der Soldat anonym.

Der neue Fall hat nichts mit den vor einer Woche veröffentlichten Fotos von folternden britischen Soldaten zu tun. Ob diese Bilder echt sind, wird immer noch von der britischen Militärpolizei untersucht. Premierminister Tony Blair hat mehrfach erklärt, falls die Vorwürfe zuträfen, sei das Verhalten der Soldaten „völlig inakzeptabel“. Sollten die Fotos aber gestellt sein, wäre dies eine „sehr ernste Angelegenheit“, da damit das Leben britischer Soldaten im Irak gefährdet werde.

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