Irakische Grenze
Syrien sucht sich seine Flüchtlinge aus

Syrien hat neue Visa-Regeln eingeführt, um den Zustrom irakischer Flüchtlinge einzudämmen. Die Regierung in Damaskus lasse seit Montag nur noch Unternehmer und Akademiker aus dem Irak ins Land, berichtete Augenzeugen. Alle anderen Iraker erhielten keine Aufenthaltsgenehmigung mehr.

HB DAMASKUS. Zuvor konnten Staatsbürger des Nachbarlandes an jedem Grenzübergang nach Syrien und an jedem syrischen Flughafen ein Dreimonatsvisum bekommen. „Die irakischen Behörden kooperieren und haben zahlreiche Familien daran gehindert, ohne Visum die Grenze nach Syrien zu passieren“, sagte ein Augenzeuge am Übergang Tanaf.

Syrien beherbergt derzeit rund 1,5 Millionen irakischer Flüchtlinge. Die Regierung sah sich zu der neuen Visa-Politik gezwungen, weil sie dem Flüchtlingszustrom nicht mehr bewältigen könne. Noch am Sonntag waren einer Hilfsorganisation zufolge 5000 Iraker nach Syrien geflohen.

Jordanien hatte bereits vor zwei Jahren die Visa-Politik für irakische Flüchtlinge verschärft. Damit blieb Syrien bis Montag die einzige Fluchtroute für Iraker, die sich vor der Gewalt unter den Bevölkerungsgruppen im Zuge der US-Invasion in Sicherheit bringen wollten.

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