Irakischer Nationalkongress: Hussein im Ausland
Sieben Iraker bei Öl-Raub erschossen

US-Soldaten erschossen am Montag nach Angaben arabischer TV-Sender sieben Iraker. Die Männer sollen zusammen mit mehreren Komplizen versucht haben, eine Öl-Pipeline in der Nähe der nordirakischen Stadt Samarra anzuzapfen.

HB BAGDAD/KAIRO. Als sich die Soldaten den Räubern genähert hätten, eröffneten diese nach Angaben der US-Armee das Feuer auf die Amerikaner. In der südlich von Bagdad gelegenen Stadt El Kut seien zudem zwei ukrainische Soldaten sowie mehrere Demonstranten und irakische Polizisten verletzt worden, hieß es weiter.

Ein Wächter hatte am vergangenen Freitag in Bakuba die Explosion einer größeren Autobombe vor einer schiitischen Moschee verhindert, teilte die US-Armee am Montag mit. Die Polizei habe in einem Auto neben der Moschee 113 Kilogramm Plastiksprengstoff sowie größere Mengen Munition und einen Fernzünde-Mechanismus gefunden. Eine Explosion neben einer anderen schiitischen Moschee im nordöstlich von Bagdad gelegenen Bakuba hatte am gleichen Tag sechs Menschen getötet und 37 weitere verletzt.

Schiitenführer Ali el Sistani forderte unterdessen, der neue Nationalrat müsse im kommenden Juli vom Volk gewählt werden. „Wir wollen, dass es allgemeine freie Wahlen gibt und kein Ernennungsverfahren“, sagte der Großajatollah nach Angaben irakischer Medien vom Montag vor Stammesführern im südirakischen Samawa.

Der Regierungsrat und die US-Besatzungsmacht hatten sich darauf geeinigt, dass ein neuer ernannter Übergangsrat in diesem Juli formell die Entscheidungsgewalt übernehmen soll. Da er von den Gemeinderäten ausgewählt werde, die von der Besatzungsmacht eingesetzt wurden, sei dieser Prozess kein Ausdruck des Willens des irakischen Volkes, betonte der geistige Führer der schiitischen Bevölkerungsmehrheit. Allgemeine Wahlen im Irak soll es wegen der instabilen Sicherheitslage erst 2005 geben.

Der Irakische Nationalkongress (INC) schrieb am Montag in seinem Parteiorgan „Al-Mutamar“, die US-Armee habe den vor einem Monat festgenommenen Ex-Präsidenten Saddam Hussein möglicherweise ins Ausland gebracht. Es sei zu befürchten, dass die US-Regierung versuchen werde, Saddam daran zu hindern, Geheimnisse aus der Zeit preiszugeben, als er Washingtons Partner war.

Papst Johannes Paul II rief am Montag zur Hilfe für den Irak auf. Die Iraker müssten dabei unterstützt werden, „die Zügel in ihrem Land wieder selbst in die Hand zu nehmen“ und ein politisches und wirtschaftliches System nach eigenen Vorstellungen aufzubauen, sagte er beim Neujahrsempfang der Diplomaten in Rom.

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