Irakisches Gericht
Todesstrafe für Saddam nicht ausgeschlossen

Der Vorsitzende des zuständigen irakischen Gerichtes, Salem Chalabi, hat am Sonntag in einem Interview der BBC eine Verurteilung von Saddam Hussein zum Tode nicht ausgeschlossen. Zudem ist bekannt geworden, dass Saddam Hussein größere Geldbeträge bei deutschen und japanischen Banken angelegt haben soll.

HB LONDON/KAIRO. Die Voraussetzung dafür sei, dass die irakische Übergangsregierung nach der Machtübernahme von den USA am 30. Juni die Aussetzung der Todesstrafe aufhebe. „Die Statuten des Gerichts sehen vor, dass jeder Verurteilte, der des Verbrechens des Mordes oder der Vergewaltigung für schuldig befunden wird, das Urteil bekommt, das die irakischen Gesetze vorschreiben“, sagte Chalabi. Der Leiter der US-Zivilverwaltung im Irak, Paul Bremer, hatte die Todesstrafe in dem Golfstaat ausgesetzt. „Wenn die Aussetzung ... aufgehoben wird, gibt es die Möglichkeit einer Todesstrafe“, sagte Chalabi.

Saddam wurde bislang nicht formal angeklagt, ihm werden jedoch Verbrechen wie die Tötung tausender Kurden mit Giftgas im Jahr 1988 und die Tötung tausender Schiiten bei der gewaltsamen Niederschlagung von Aufständen in den 90er Jahren vorgeworfen. Seit seiner Ergreifung im Dezember befindet sich Saddam in US-Gewahrsam. In der vergangenen Woche hatte der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi erklärt, er erwarte, dass Saddam und weitere Vertreter seiner früheren Regierung in Kürze an die irakische Übergangsregierung überstellt würden. Europäische Regierungschefs wie unter anderem Bundeskanzler Gerhard Schröder hatten sich gegen eine Todesstrafe für Saddam ausgesprochen. US-Präsident George W. Bush hat hingegen deutlich gemacht, Saddam verdiene dieses Urteil.

Nach Angaben der arabischen Zeitung „Al-Hayat“ soll der irakische Ex-Präsident Saddam Hussein bei Verhören ausgesagt haben, er habe große Geldbeträge bei deutschen und japanischen Banken angelegt. Die Zeitung beruft sich am Montag auf anonyme „hochrangige“ irakische Informanten. Der Ministerpräsident der Übergangsregierung, Ijad Allawi, habe auf Anfrage erklärt, er schätze das von Saddam versteckte Vermögen auf 40 Mrd. $.

„Al-Hayat“ meldete außerdem, ihr liege ein Dokument vor, in dem die Übergangsregierung die US-Regierung auffordere, darüber zu diskutieren, wie dieses Geld wieder beschafft werden könnte.

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