Irakkrieg
Senat zerpflückt Bushs Kriegsgründe

Zwischen dem ehemaligen irakischen Regime unter Saddam Hussein und dem Terrornetzwerk El Kaida existierten keine Verbindungen. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht des US-Senats. Damit widerspricht die Untersuchung einem der Kernargumente der US-Regierung im Vorfeld des Irak-Krieges.

WASHINGTON. Zwischen dem ehemaligen irakischen Regime unter Saddam Hussein und dem Terrornetzwerk El Kaida existierten keine Verbindungen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des US-Senats, der Ende vergangener Woche veröffentlicht wurde. Damit widerspricht die Untersuchung einem der Kernargumente der US-Regierung im Vorfeld des Irak-Krieges 2002/2003. Die Administration von Präsident George W. Bush hatte den Krieg damals unter anderem mit dem Hinweis begründet, auf diese Weise dem islamistischen Terrorismus die Basis zu entziehen.

Erst vor wenigen Wochen, am 21. August, hatte Bush auf einer Pressekonferenz erneut auf vermeintliche Kontakte zwischen der gestürzten irakischen Führung und dem im Juni getöteten El-Kaida-Terroristen Mussab el Sarkawi hingewiesen. Doch laut Senatsbericht hat es diese Verbindung nie gegeben.

Der US-Geheimdienst CIA hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres festgestellt, dass die Regierung von Saddam Hussein „weder eine Verbindung hatte, Zuflucht gewährte oder gar die Augen vor Sarkawi und seinen Leuten verschloss“. Ergänzt wird diese Einschätzung der CIA durch Äußerungen des früheren Saddam-Stellvertreters Tarik Aziz: Dieser sagte der US-Bundespolizei FBI, Saddam Hussein habe lediglich negative Empfindungen für El-Kaida-Chef Osama bin Laden übrig gehabt.

Der damalige US-Außenminister Colin Powell hatte im Februar 2003, als er vor den Vereinten Nationen für einen Waffengang im Irak warb, Sarkawis Namen 20 Mal erwähnt. Der Irak beherberge eines der tödlichsten Terrornetzwerke, sagte Powell. Powells Uno-Auftritt war einer der Schlüsselmomente für den Kriegsbeginn nur einen Monat später.

In dem Senatsreport heißt es jetzt dazu, dass Saddam Husseins Regime Sarkawi stets eher als Gefahr denn als Verbündeten betrachtet habe. Genau dies hatte die CIA erstmals bereits im Januar 2003 in einem vertraulichen Bericht erklärt. Im Jahr zuvor hatte der Geheimdienst zudem in mindestens drei Papieren Zweifel an einem vermeintlichen Treffen zwischen irakischen Geheimdienstmitarbeitern und dem späteren Flugzeugentführer vom 11. September 2001, Mohammed Atta, in Prag geäußert. US-Vizepräsident Dick Cheney hatte diesen Bedenken jedoch wenig Beachtung geschenkt.

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