Iraks Außenminister dringt auf Nato-Hilfe
Angeblich bulgarische Geisel im Irak getötet

Nach einem Bericht des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira haben Extremisten eine der beiden im Irak festgehaltenen bulgarischen Geiseln getötet.

HB DUBAI. Die irakischen Entführer hätten zudem gedroht, ihre zweite Geisel nach Ablauf von weiteren 24 Stunden zu töten, berichtete der Sender am Dienstagabend weiter. Dem Sender liege ein Videoband von der Hinrichtung des Mannes vor, er werde es aber nicht senden.

Die beiden Bulgaren sind einer früheren Videoaufnahme zufolge in der Hand der Extremisten-Gruppe Tauhid und Dschihad, die unter der Führung des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkaui und als enge Verbündete der Al-Kaida bereits zwei Geiseln vor laufender Kamera enthauptet hat. Die Entführer haben die Freilassung irakischer Gefangener gefordert.

Unterdessen hat Iraks Außenminister Hoschijar Sebari die Nato eindringlich um rasche Hilfe bei der Ausbildung von Sicherheitskräften in seinem Land gebeten. „Wir brauchen die Ausbildung, die sie uns in Istanbul zugesichert haben, so schnell wie möglich“, sagte Sebari am Dienstag nach einem Treffen mit den 26 Nato-Botschaftern in Brüssel. „Wir stehen wirklich im Wettlauf mit der Zeit, und es ist dringend.“ Bislang hat die Nato noch nicht entschieden, ob sie die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte als gemeinsamen Einsatz organisieren oder ob sie nur die Angebote der einzelnen Länder koordinieren soll.

Vergangene Woche hatte eine Nato-Delegation den Irak besucht, um sich über die konkreten Anforderungen der Regierung zu informieren. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte, die Allianz erwäge eine Reihe von Optionen: gemeinsame und bilaterale Ausbildungen sowohl im Irak als auch außerhalb des Landes sowie die Schaffung eines landesweiten Informations- und Kommandosystems. „Diese Anstrengungen und die daraus resultierenden Ergebnisse müssen in der Tat schnell sichtbar werden“, sagte er.

Mehrere Nato-Staaten hatten sich gegen eine direkte Präsenz der Allianz im Irak ausgesprochen. Sie befürchten, dass die Nato-Truppen von den Irakern als Besatzer betrachtet und Ziel von Gewaltakten werden könnte.

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