Iraks Ex-Diktator nutzte offenbar Netz familiärer Kontakte
Saddam Hussein lenkte von seinen Verstecken aus irakische Kämpfer

Einem Pressebericht zufolge konnte Saddam Hussein auf der Flucht mehr als 20 verschiedene Verstecke nutzen. Nach seiner Festnahme erfuhr die US-Armee auch, wie er trotz ständiger Ortswechsel irakische Kämpfer befehligen konnte.

HB BERLIN. Auf seiner monatelangen Flucht vor den US-Truppen hat der irakische Ex-Präsident Saddam Hussein laut «New York Times» Angriffe gegen US-Truppen befohlen. Die Zeitung schreibt unter Berufung auf die US-Armee, er habe sich seit seinem Sturz Anfang April eines Netzes familiärer Kontakte bedient. So sei er mit Informationen aus dem ganzen Land versorgt worden.

Noch auf der Flucht soll sich Hussein zahlreicher Boten bedient haben, die Zellen seiner einstigen Baath-Partei mündlich informierten. So habe Hussein Anschläge gegen die Besatzungstruppen leiten können.

Die Zeitung berichtet weiter, Hussein sei zu Fuß, per Schiff über den Tigris und mit Taxis und Geländewagen auf Nebenstraßen auf der Flucht gewesen. Nachts habe er mit nicht mehr als einem oder zwei Begleitern von Versteck zu Versteck geeilt. Dabei habe er mindestens 20 bis 30 verschiedene Schlupflöcher genutzt.

Hussein soll sich dabei ausschließlich in der von Sunniten dominierten Region Iraks um Tikrit aufgehalten haben. Einige Male gelang es ihm auch, seine Söhne Udai und Kusai zu treffen. Sie wurden schließlich im Juli im nordirakischen Mossul von US-Soldaten erschossen.

US-Geheimagenten sollen seine Bewegungen in weiten Teilen nachverfolgt haben. Sie hätten seine Wege durch Verhöre von Vertrauten und festgenommenen Baath-Funktionären nachvollziehen können. Zudem gelang es ihnen offenbar mehrfach, Telefonate abzuhören.

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