Iraks Ministerpräsident Al Maliki räumt Einschätzungsfehler ein
Al-Sadr bietet Regierung in Bagdad Deal an

Fünf Tage nach Ausbruch der Kämpfe zwischen der irakischen Armee und schiitischen Milizen hat der einflussreiche Prediger Moktada Al-Sadr seine Anhänger zu einer Feuerpause aufgerufen. Zugleich bot er angesichts der Großoffensive gegen die schiitische Mahdi-Miliz in Basra eine Einstellung aller Kämpfe im Gegenzug für eine Generalamnestie an. Dies geht aus einer Neun-Punkte-Erklärung hervor, die Al Sadr am Sonntag in seinem Hauptsitz in Nadschaf veröffentlichte.

HB BAGDAD. Demnach würden seine Kämpfer aus Basra und anderen irakischen Städten abziehen, wenn die Regierung ihre Militäroperationen gegen seine Organisation einstelle. Als weitere Bedingung nannte er die Freilassung aller Gefangenen.

Die irakische Regierung begrüßte die Erklärung Al Sadrs als „positive und angemessene“ Reaktion. Zuvor hatte Ministerpräsident Nuri al-Maliki noch eingeräumt, dass er den schiitischen Widerstand gegen die am Dienstag begonnene Offensive unterschätzt haben könnte. Gleichwohl erklärte er am Samstag im Fernsehen, er werde in Basra bleiben, bis die Sicherheit dort wiederhergestellt sei. Al-Maliki sprach von einem „entscheidenden und endgültigen Kampf“.

Nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes kontrollierten die irakischen Truppen zu diesem Zeitpunkt weniger als ein Viertel der südirakischen Stadt, wie der Sender CNN unter Berufung auf Gewährsleute in den USA und im Irak berichtete. Schiitische Milizen hätten darüber hinaus Polizeieinheiten in Basra infiltriert. Am Sonntagmorgen griffen Aufständische ein Gebäude des staatlichen Fernsehens in Basra an und zwangen irakische Wachleute in die Flucht. Deren Schützenpanzer wurden in Brand gesetzt.

Die Offensive irakischer Regierungstruppen gegen die schiitische Milizen in Basra war zuletzt zum offenen Krieg eskaliert, die Gewalt erfasste auch Teile von Bagdad sowie andere schiitische Städte im Süden des Landes. Am Samstag weiteten die irakischen Streitkräfte ihre Operationen abermals aus und wurden dabei von der US-Luftwaffe sowie von britischen Soldaten unterstützt.

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