Iran
Ahmadinedschad entlässt Minister

Der Streit um den inzwischen zurückgetretenen iranischen Vizepräsidenten Esfandiar Rahim Maschaie zieht immer weitere Kreise. Präsident Mahmud Ahmadinedschad entließ am Sonntag zwei Minister, die sich jüngst in einer Kabinettssitzung lautstark gegen die Ernennung Maschaies aufgelehnt hatten.

TEHERAN/BERLIN/PARIS. Der erzkonservative Präsident soll ungeachtet der Proteste im eigenen Land gegen seine umstrittene Wiederwahl nun am 5. August vereidigt werden. Bis dahin will er nach iranischen Medienberichten neue Minister ernennen.

Der Informationsminister und Chef des Geheimdienstes, Gholam- Hussein Mohseni-Edschehei, und Kulturminister Hussein Safar Harandi seien am Sonntag von Ahmadinedschad von ihren Aufgaben entbunden worden, meldete die Nachrichtenagentur Mehr. Berichte, wonach zwei weitere Minister entlassen worden seien, wurden zunächst nicht offiziell bestätigt. Es soll sich um den Gesundheits- und den Arbeitsminister handeln.

Nach wachsender Kritik an der Personalie Maschaie, die bei Ahmadinedschad auf taube Ohren gestoßen war, hatte der oberste Führer, Ajatollah Ali Chamenei, ein Machtwort gesprochen. Er wies Ahmadinedschad am Freitag öffentlich an, die Ernennung rückgängig zu machen. Maschaie, dessen Tochter mit Ahmadinedschads Sohn verheiratet ist, zog am Samstag selbst die Konsequenz und trat zurück. Der Präsident sprach von "negativer Propaganda gewisser Medien und politischer Fraktionen". Maschaie hatte den Iran als Freund des israelischen Volkes bezeichnet. Teheran betrachtet den jüdischen Staat als einen Erzfeind.

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