Iran
Ahmadinedschad soll Vize entlassen

Der Druck wächst: Der konservative und regimetreue Ajatollah Achmed Chatami hat den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad aufgefordert, seinen neuen Stellvertreter wieder zu entlassen.

HB TEHERAN. In seiner Freitagspredigt schloss sich Chatami der Forderung des obersten Führers des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, an: „Ich hoffe, dass der Präsident die Kritik und vor allem die Forderung des Obersten Führers berücksichtigt und die Ernennung seines ersten Vize-Präsidenten rückgängig macht. Der Präsident sollte die Forderung der „Führung“ „ohne Zögern“ erfüllen.

Trotz massiver Kritik aus dem iranischen Führungszirkel hat es Ahmadinedschad bisher abgelehnt, seinen erst in der Vorwoche ernannten Stellvertreters Esfandiar Rahim Maschaie wieder zu entlassen. Maschaie sei einer „der treuesten Diener der Revolution“, begründete er Anfang der Woche seine Haltung. Der Sohn von Ahmadinedschad und die Tochter von Maschaie sind miteinander verheiratet. In Teheran wird vor allem kritisiert, dass Maschaie früher den Iran als Freund des israelischen Volkes bezeichnet hatte.

Ajatollah Achmed Chatami kritisierte, dass die Opposition weiter den korrekten Verlauf der Wahl vom 12. Juni anzweifele und die Wiederwahl am Ahmadinedschads nicht anerkenne. Er griff vor allem den früheren Präsidenten Mohammed Chatami an, der ein Referendum über die Rechtmäßigkeit der Präsidentenwahl gefordert hat. „Hallo, guten Morgen, die Entscheidung ist am 12. Juni gefallen, und mehr als 24,5 von 40 Millionen haben für Ahmadinedschad gestimmt. Daher ist die Regierung des Präsident absolut rechtmäßig“, sagte Achmed Chatami.

Mehr als 100 in den USA lebende Iraner sind unterdessen aus Protest gegen die Präsidentenwahl in ihrem Heimatland in den Hungerstreik getreten. Sie begingen am Donnerstag bereits den zweiten Tag ihrer Aktion mit Gesängen und Reden vor dem Uno-Hauptquartier in New York. Dabei riefen sie die Vereinten Nationen auf, Menschenrechtsverletzungen im Iran zu überprüfen. Dafür solle Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon einen Sondergesandten ernennen, forderten die Hungerstreikenden, die von gut 100 Demonstranten unterstützt wurden.

Die Aktivisten trugen grüne Gewänder, um ihre Solidarität mit der sogenannten Grünen Bewegung des iranischen Oppositionsführers Mir-Hossein Mussawi zu bekunden. In Iran sind bei Protesten gegen das Wahlergebnis mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen, hunderte wurden festgenommen.

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