Iran
Ahmadinedschad will im Atomstreit verhandeln

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich erstmals seit dem kombinierten Drohungs- und Angebotspakes des Westen an sein Land öffentlich dazu zu Wort gemeldet. Der Staatschef ist bereit, im Nuklearkonflikt zu verhandeln, stellt aber von vornherein klar, wo er zu Kompromissen nicht bereit ist.

HB KASWIN. „Wir werden über gegenseitige Befürchtungen sprechen und Missverständnisse in der internationalen Arena ausräumen“, sagte Ahmadinedschad am Donnerstag in der zentraliranischen Stadt Kaswin. Die Rede wurde im Fernsehen übertragen. Ahmadineschad schränkte ein, alle Gespräche mit dem Westen müssten fair sein. „Wenn die internationale Gemeinschaft denkt, sie könne der iranischen Nation mit der Peitsche drohen, während sie mit uns verhandelt, sollte sie wissen, dass die iranische Nation eine solche Atmosphäre ablehnt“, betonte er.

Zugleich unterstrich Ahmadinedschad abermals das Recht seines Landes auf die Nukleartechnologie. „Wir werden niemals irgendwelche Konzessionen oder Verhandlungen über unser legitimes Recht machen und dem Westen nicht erlauben, uns vorzuschreiben, was wir tun oder entscheiden sollen“, sagte er. Damit spielt Ahmadinedschad auf die Urananreicherung an, die Voraussetzung für den Bau von atomaren Sprengsätzen ist.

Die fünf Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland hatten dem Iran vor wenigen Tagen ein Konzept zur Lösung des seit Jahren schwelenden Atomkonflikts vorgelegt. Nach Worten des EU-Chefdiplomaten Javier Solana sehen die Vorschläge unter anderem auch wirtschaftliche Anreize vor, wenn der Iran die Urananreicherung aussetzt. Sollte der Iran nicht einlenken, drohen dem Land Sanktionen des Sicherheitsrats. Nach Angaben westlicher Diplomaten könnte dem Iran in einigen Jahren wieder erlaubt werden, Uran anzureichern. Ein US-Regierungssprecher ließ aber offen, ob das Paket diese Möglichkeit beinhaltet.

Der Iran pocht seit Jahren darauf, Uran im eigenen Land anreichern zu dürfen. Der Westen dringt dagegen auf eine Aussetzung dieser Arbeiten, da er dahinter ein geheimes Programm zum Bau von Atombomben vermutet. Der Iran bestreitet diese Vorwürfe und betont, das Programm diene ausschließlich friedlichen Zwecken.

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