Iran-Atomverhandlungen
Erfolg für die „Obama-Doktrin“

Nach dem Erfolg der Atomverhandlungen mit dem Iran ist die Gefahr von Atomwaffen im Nahen Osten gebannt. Für US-Präsident Barack Obama ist damit ein wichtiges außenpolitisches Ziel erreicht. Das dürfte sein Erbe prägen.
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WashingtonWenige Monate nach seinem Amtsantritt im Jahr 2009 wurde Barack Obama mit dem Friedensnobelpreis bedacht, es war ein Vorschuss auf sein Versprechen einer neuen Außenpolitik. Der US-Präsident wollte anders als sein Vorgänger George W. Bush Alleingänge vermeiden und selbst Erzfeinden der Vereinigten Staaten die Hand reichen. Im letzten Viertel seiner Präsidentschaft scheint die „Obama-Doktrin“ ihre Wirkung zu entfalten. Nach der historischen Annäherung an Kuba gelingt Obama jetzt auch ein Deal mit dem Iran, der sein außenpolitisches Erbe prägen dürfte.

Kurz nachdem sein Außenminister John Kerry am Dienstag in Wien mit den Kollegen der 5+1-Gruppe das Atomabkommen besiegelt hatte, trat Obama zu frühmorgendlicher Stunde im Weißen Haus vor die Kameras. Die Übereinkunft mache „das Land und die Welt sicherer“, sagte er. Der Weg des Iran zur Atombombe sei versperrt, die Gefahr einer Verbreitung von Atomwaffen im Nahen Osten gebannt.

Vor allem ist die Einigung für den Präsidenten aber die Bestätigung seiner Überzeugung, dass die USA international mit Kooperation mehr erreichen als mit Konfrontation. „Die Geschichte zeigt, dass Amerika nicht nur mit unserer Macht führen muss, sondern mit unseren Prinzipien“, sagte er. „Sie zeigt, dass wir stärker sind, nicht wenn wir alleine sind, sondern wenn wir die Welt zusammenbringen.“

Kaum eine zwischenstaatliche Beziehung ist belasteter als das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran. Nach der Besetzung ihrer Botschaft in Teheran im Zuge der Islamischen Revolution 1979 setzten sich die Vereinigten Staaten für die internationale Ächtung des Landes ein. Die iranische Führung pflegte von Amerika wiederum das Bild des „Großen Satan“. Als der als gemäßigt geltende Hassan Ruhani im Sommer 2013 das Präsidentenamt in Teheran übernahm, versuchten beide Seiten eine vorsichtige Entspannungspolitik und schoben die ausgesetzten Atomgespräche wieder an.

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