Iran
Bush warnt vor „wirklicher Bedrohnung“

US-Präsident Bush fühlt sich in seiner Einschätzung des Irans bestätigt. Nach der wiederholten Israel-Hetze von Präsident Mahmud Ahmadinedschad warnte Bush vor einem radikalen Gottesstaat mit Atomwaffen. Ziel müsse sein, "die Tyrannei zu beenden."

HB WASHINGTON. „Der Iran ist eine wirkliche Bedrohung“, sagte George W. Bush in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Dabei wiederholte er seine Einschätzung, dass der Iran zusammen mit Nordkorea und dem Vorkriegs-Irak Teil einer „Achse des Bösen“ sei.

„Ich hatte einen Grund dafür, sie als Achse des Bösen zu bezeichnen“, sagte Bush. Er sei besorgt über einen Gottesstaat, in dem es wenig Transparenz gebe und dessen Präsident die Zerstörung Israels zum Teil der Außenpolitik erklärt habe. Er sei auch besorgt darüber, dass das Land nicht den Forderungen der freien Welt nachkomme, sein Streben nach Atomwaffen aufzugeben. Bush sagte, er werde weiter auf diplomatischem Weg mit dem Iran arbeiten. Ziel sei es aber, „die Tyrannei zu beenden.“

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte am Mittwoch seine weltweit verurteilte Kampagne gegen Israel fortgesetzt und den Holocaust als eine Erfindung der Juden bezeichnet. Die Äußerungen stießen auf massive internationale Kritik.

Im Oktober hatte Ahmadinedschad, ein früheres Mitglied der fundamentalistischen Revolutionären Garden, erstmals einen internationalen Proteststurm ausgelöst, als er Israel als „Geschwür“ bezeichnete, das von der Landkarte getilgt werden müsse. Vor einer Woche hatte der Präsident zudem schon einmal öffentlich den Holocaust geleugnet und vorgeschlagen, Israel nach Europa zu verlegen.

In einer Rede vor tausenden Menschen in der südostiranischen Stadt Sahedan sagte er nun am Mittwoch, die Europäer hätten den „Mythos“ vom Holocaust geschaffen und als Vorwand genutzt, um mitten in der islamischen Welt einen jüdischen Staat zu errichten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wies die Aussagen des iranischen Präsidenten als "unfassbar" zurück. Forderungen aus der Politik nach einem Ausschluss Irans von der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erteilte der Fußball-Weltverband Fifa jedoch eine klare Absage.

Deutschland will die internationale Staatengemeinschaft zu einer scharfen Zurückweisung der Äußerungen bewegen. Zunächst will sich Merkel beim EU-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag in Brüssel für eine gemeinsame Ablehnung einsetzen, sagte ein Regierungssprecher. Alle im Bundestag vertretenen Parteien wollen die Äußerungen Ahmadinedschads am Freitag in einer gemeinsamen Resolution verurteilen.

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