Iran
Chatami appelliert an Muslime

Keine Bewegung im Atomstreit mit dem Iran: Auch nach Gesprächen mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan hält Teheran an der umstrittenen Urananreicherung fest. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht nun die Zeit gekommen, den Druck auf Iran zu erhöhen. Indes übt der frühere iranische Präsident Mohammad Chatami scharfe Kritik am Extremismus unter Muslimen.

HB TEHERAN. Auch nach Gesprächen mit Uno- Generalsekretär Kofi Annan in Teheran hält die iranische Führung weiter an der umstrittenen Urananreicherung fest. Dies hätten Außenminister Manuchehr Mottaki, Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani und der ehemalige Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani in den Unterredungen am Samstag deutlich gemacht, verlautete aus Kreisen der Uno in Teheran.

Annan bezeichnete die Gespräche, bei denen es um den Atomstreit und die Lage im Nahen Osten gegangen sei, als „positiv und konstruktiv“, wollte aber keine Einzelheiten nennen. Laridschani sagte, man sei sich darüber einig gewesen, dass Verhandlungen die beste Option für das weitere Vorgehen im Atomstreit seien. Nach Angaben des iranischen Außenministeriums betonte Mottaki, dass der Iran nur zu Gesprächen ohne Vorbedingungen bereit sei. „Wir sind zu Gesprächen bereit, aber Vertrauen aufzubauen ist keine Einbahnstraße“, sagte Mottaki weiter.

Teheran hatte die vom Weltsicherheitsrat gesetzte Frist, bis zum 31. August seine Urananreicherung einzustellen, verstreichen lassen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte sich unbeugsam gezeigt. In New York begannen Beratungen über Sanktionen. Der Westen verdächtigt Teheran, Atomwaffen bauen zu wollen.

Annan will heute Ahmadinedschad und den obersten iranischen Führer Ajatollah Ali Chamenei treffen. Im Vorfeld seinen Iran-Besuchs hatte der Uno-Chef in einem Interview der französischen Tageszeitung „Le Monde“ angedeutet, dass er nicht an die Wirksamkeit von Sanktionen gegen Teheran glaubt. „Es gibt Augenblicke, wo ein wenig Geduld sehr viel ausrichtet“, sagte Annan. Geduld sei eine Qualität, die häufiger eingesetzt werden sollte. „Ich glaube nicht, dass Sanktionen die Lösungen zu allen Problemen sind.“

Militärische Option gibt es nicht

Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel muss die internationale Staatengemeinschaft den diplomatischen Druck auf den Iran erhöhen. „Ich sage allerdings auch ganz ausdrücklich: diplomatisch; eine militärische Option gibt es nicht“, sagte Merkel in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. „Natürlich bleibt die Tür zu Verhandlungen offen, wenn der Iran sich besinnt. Aber wir werden auch nachdenken müssen darüber, wie kann man dem Iran deutlich machen, dass die Abkommen und die Regeln eingehalten werden müssen.“

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