Iran-Deal offiziell präsentiert
„Zeichen der Hoffnung für die ganze Welt"

In den Atom-Verhandlungen mit dem Iran gibt es eine Einigung. Am Vormittag wurde der historische Schritt verkündet. Der Ölpreis geriet schon unter Druck. Israel bezeichnete den Deal als „Lizenz zum Töten“.
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WienDurchbruch nach Jahren zäher Verhandlungen: Das historische Atomabkommen mit dem Iran ist unter Dach und Fach. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif haben das internationale Atomabkommen offiziell gemeinsam präsentiert – am 18. Tag eines Gesprächsmarathons zwischen Teheran, den fünf Uno-Vetomächten und Deutschland.

Dies sei ein „Zeichen der Hoffnung für die ganze Welt“, sagte Mogherini am Dienstag unmittelbar vor der förmlichen Verabschiedung des Abkommens durch die beteiligten Staaten. Sarif sprach von einem historischen Moment. „Wir starten ein neues Kapitel der Hoffnung.“ Das historische Abkommen zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten und Deutschland soll den jahrelangen Konflikt um das iranische Atomprogramm endgültig beilegen.

Der international verbindliche Vertrag mit dem Iran hat historische Dimensionen. Seit der Jahrtausendwende befürchtete der Westen, die Islamische Republik könnte heimlich Atomwaffen entwickeln. Das Abkommen soll dies ausschließen. Im Gegenzug sollen die internationalen Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden.

Damit wäre der Weg frei für höhere Ölexporte des wichtigen Förderlandes Iran. Die Ölpreise gerieten am Dienstag auch deutlich unter Druck. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 56,70 US-Dollar. Das waren 1,15 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,22 Dollar auf 50,99 Dollar.

Bereits in den vergangenen Handelstagen hatte die Aussicht auf eine Einigung im Atomstreit die Ölpreise gedrückt. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) ist der Ölmarkt bereits jetzt „massiv überversorgt“ und es sei mit weiteren Preisrückgängen zu rechnen.

Die Umsetzung des Abkommens dürfte nach der Unterzeichnung aber noch Monate dauern. Der US-Kongress hat ein 60-tägiges Prüfrecht. In dieser Zeit dürfen die US-Sanktionen nicht aufgehoben werden, und auch der Iran wird wohl solange noch nicht mit der Realisierung seiner Zusagen beginnen.

Letzte Streitpunkte hatten die schon am Wochenende angepeilte Einigung weiter verzögert. Dabei ging es unter anderem um die Kontrollen der iranischen Atomanlagen, insbesondere von Militäranlagen. Nun sagte der Diplomat, das Abkommen beinhalte einen Kompromiss zwischen Washington und Teheran: Uno-Inspektoren dürften auf Besuche in iranischen Militäranlagen drängen, aber der Zutritt werde nicht unbedingt und in jedem Fall gewährt. Im Zweifel solle ein Schiedsgremium entscheiden.

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  • wie vorhergesagt ist israel natürlich gegen das Ergebnis und ist schwer beleidigt. ich denke, dass israel schon recht bald mit der Bomberei anfangen wird, weil die sich ja sowas von Verteidigen müssen, gell?

  • Nun entfällt die US-amerikanische Begründung für die Rakenabwehrsysteme in Osteuropa.

    Wir erinnern uns: Die USA haben immer behauptet, die Systeme seien nicht gegen Rußland gerichtet, sondern gegen den Iran. Von dort gehe nämlich die Drohung aus, daß der Iran mit Mittelstreckenraketen, die Atombomben tragen, Europa angreife.

    Zwar konnte jeder diese "Begründung" von Anfang an als vorgeschoben, hirnrissig und als Beleidigung für die Intelligenz der Beobachter des Zeitgeschehens erkennen, aber es war eben eine vortragbare Propagandalüge.

    Nun hat Putin, der ja die Verhandlungen eingefädelt hat, den USA die Grundlage für diese Lüge entrissen. Nach der Verhinderung der Bombardierung Syriens durch die USA und ihre Vasallen durch Vermittlung des Giftgasabkommens ist dies ein weiterer, großer diplomatischer Sieg Putins.

    Man wird sehen, welche Rechtfertigungen sich die USA jetzt für ihren aggressiven Raketengürtel in Osteuropa, mit dem sie Rußland umzingeln, einfallen lassen.

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