Iran
Dokumentation: Auszüge aus Ahmadinedschads Brief

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat einen 18-seitigen Brief an US-Präsident George W. Bush geschrieben. Das Schreiben in übersetzten Auszügen:

„Herr George Bush,
Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, wie die unleugbaren Widersprüche, die auf internationalem Gebiet bestehen, zu rechtfertigen sind. ... Viele Fragen bleiben unbeantwortet. Dies hat mich dazu veranlasst, einige dieser Widersprüche und Fragen zu diskutieren, in der Hoffnung, dass dies zu einer Gelegenheit führt, sie neu zu betrachten.

Kann jemand Jesus Christus (Friede sei mit Ihm), dem großen Boten Gottes, sich verpflichtet fühlen, die Menschenrechte zu respektieren, Liberalismus und ein Zivilisationsmodell präsentieren seine Gegnerschaft zur Weiterverbreitung von Atomwaffen und Massenvernichtungswaffen erklären, 'Krieg gegen den Terror' zu seinem Leitmotiv machen und schließlich auf eine vereinte internationale Gemeinschaft hin arbeiten – eine Gemeinschaft mit Christus und den Tugendhaften der Erde, die eines Tages regieren werden – und dann zur gleichen Zeit Länder angreifen, das Leben, den Ruf und den Besitz von Menschen zerstören lassen, um der geringen Aussicht auf die Anwesenheit einiger weniger Krimineller in einem Dorf, einer Stadt oder beispielsweise einem Konvoi willen das ganze Dorf, die ganze Stadt oder den ganzen Konvoi in Brand setzen?

Oder ein Land wird wegen der Möglichkeit, dass dort Massenvernichtungswaffen existieren, besetzt, rund 100 000 Menschen werden getötet, seine Wasserquellen, Landwirtschaft und Industrie zerstört, an die 180 000 ausländische Soldaten werden dorthin geschickt, die Privatsphäre der Bürger wird verletzt und das Land um womöglich 50 Jahre zurückgeworfen. ...

Selbstverständlich, Saddam war ein mörderischer Diktator. Der Krieg wurde aber nicht geführt, um ihn zu stürzen; das hehre Ziel des Krieges war, Massenvernichtungswaffen zu finden und zu zerstören. ...

Herr Präsident,
Sie wissen vielleicht, dass ich Lehrer bin. Meine Schüler fragen mich, wie können diese Taten mit den Werten versöhnt werden, die zu Beginn dieses Briefes dargestellt wurden, und mit der Verpflichtung gegenüber den Traditionen Jesu Christi (Friede sei mit Ihm), den Boten des Friedens und der Vergebung. In Guantanamo gibt es Gefangene, die nicht vor Gericht gestellt wurden, die keinen Rechtsvertreter haben, deren Familien sie nicht sehen können und die sich offensichtlich in einem merkwürdigem Land außerhalb ihrer Heimatländer wiederfinden. Die Bedingungen und ihr Schicksal unterliegen keiner internationalen Kontrolle. Niemand weiß, ob sie Gefangene sind, Kriegsgefangene, Angeklagte oder Kriminelle. ...

Junge Menschen, Studenten und der einfache Mann haben viele Fragen über das Phänomen Israel. Ich bin sicher, sie kennen einige davon. In der Geschichte der Menschheit sind schon viele Länder besetzt worden, aber ich denke, dass ein neues Land mit einem neuen Volk geschaffen wird, ist ein neues Phänomen, das es nur in unseren Zeiten gibt. ...

Herr Präsident,
Ich bin mir sicher, sie wissen wie – und zu welchem Preis – Israel geschaffen wurde: Viele Tausende wurden dabei getötet. Millionen aus der angestammten Bevölkerung wurden zu Flüchtlingen gemacht. ...

Ein Regime wurde errichtet, das nicht einmal gegenüber Kindern Gnade walten lässt, Häuser zerstört, während die Bewohner noch drinnen sind, und schon vorab eine Liste und Pläne veröffentlicht, Attentate auf Palästinenser zu verüben, und zudem tausende Palästinenser in Haft hält. ...

Eine weitere große Frage der Menschen ist, warum dieses Regime unterstützt wird. Steht die Unterstützung für dieses Regime in Einklang mit den Lehren Jesu Christi (Friede sei mit Ihm) oder Moses' (Friede sei mit Ihm) oder liberalen Werten? ...

Wie kann es sein, dass jede technologische oder wissenschaftliche Errungenschaft, die im Nahen Osten erreicht wird, als eine Bedrohung für das zionistische Regime interpretiert und dargestellt wird? Ist nicht wissenschaftliche Forschung und Entwicklung eines der Grundrechte der Völker? ...

Im Fall Irak wurde gelogen. Was war das Ergebnis? Ich habe keinen Zweifel daran, dass Lügen in jeder Kultur verwerflich sind und dass man selbst nicht belogen werden möchte.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%