Iran-Expertise in der Kritik
Auch Konservative rücken von Bush ab

Angesichts dramatisch fallender Umfragewerte für die Administration von Präsident George W. Bush zeigt die US-Regierung auch in der Außenpolitik Anzeichen von Nervosität.

WASHINGTON. Bei der Beurteilung der Geheimdienstinformationen über Iran solle man sich „eine Pause“ gönnen, sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in Washington. Indirekt zweifelte er damit die Qualität des Materials der eigenen Dienste an. „Wir haben es in Iran mit einer geschlossenen Gesellschaft zu tun, deshalb muss man sehr vorsichtig sein.“ In den vergangenen Wochen waren die Regierung und Rumsfeld persönlich immer offener für ihre fehlerhafte Irak-Expertise kritisiert worden.

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage für die „New York Times“ und „CBS News“ sind gerade im Hinblick auf den Krieg verheerend. Nur noch 39 Prozent der Amerikaner halten den Feldzug für richtig; im Januar waren es noch 47 Prozent. Zwei Drittel der Befragten glauben nicht mehr daran, dass Bush den Krieg erfolgreich beenden kann. Damit büßt der Präsident auch auf jenem Feld Unterstützung ein, das ihm bislang den größten Rückenwind verschafft hatte – dem Kampf gegen den Terror.

Rumsfelds Äußerungen auf einer Pressekonferenz am Dienstag waren eine Reaktion auf Kritik am Iran-Kurs der US-Regierung: „Betrachtet man die Fehler, die vor dem Irak-Krieg gemacht wurden: Warum sollten wir dann jetzt den Geheiminformationen glauben, die wir zu Iran erhalten?“, fragte ein Journalist. Rumsfeld ruderte zurück und sagte, es sei schwierig, stets richtig zu liegen. Dann räumte er ein, dass die Geheimdienstinformationen über Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen vor dem Irak-Krieg „nicht korrekt“ waren. Mehrere pensionierte Armeegeneräle hatten der Regierung vorgeworfen, die Informationen verzerrt zu haben, um eine Begründung für den Krieg zu liefern.

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