Iran gibt im Atomstreit nicht nach
Bush schließt Gewalteinsatz nicht aus

US-Präsident George W. Bush hat den Einsatz von Gewalt im Atomstreit mit dem Iran nicht ausgeschlossen.

HB JERUSALEM. „Alle Optionen sind offen“, sagte Bush in einem auf seiner Ranch im texanischen Crawford aufgezeichneten Interview, das ein israelischer Fernsehsender heute ausstrahlte. Auf die Frage, ob dies auch einen Einsatz von Gewalt beinhalte, antwortete Bush: „Wie ich sagte, alle Optionen sind offen. Der Einsatz von Gewalt ist die letzte Option für jeden Präsidenten, und Sie wissen, wir haben in der jüngsten Vergangenheit Gewalt eingesetzt, um unserer Land zu schützen.“

Iran will in dem Konflikt nicht nachgeben. Mohammed-Resa Bahonar, ein enger Berater des neuen ultrakonservativen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, sagte in Teheran, es werde beim Thema Uran-Umwandlung in der Anlage nahe Isfahan keinen Kompromiss geben. Weitere Verhandlungen mit der EU sollten sich nur auf die Wiedereröffnung der Uran-Anreicherungsanlage in nahe gelegenen Natans konzentrieren, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars.

Der Iran hatte am Montag die Atomanlage in Isfahan wieder in Betrieb genommen, die auch zur Urankonversion - eine mögliche Vorstufe der Urananreicherung - benutzt werden kann. Zuvor hatte das Land das Angebot der Europäischen Union abgelehnt, sein Atomprogramm für politische und wirtschaftliche Anreize aufzugeben. Der Regierung in Teheran zufolge zielt das Programm allein auf die Produktion von Strom. Den Vorwurf westlicher Staaten, nach einer Atombombe zu streben, weist sie Land zurück. Angereichertes Uran kann auch zum Bau von Atombomben verwendet werden.

Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy hatte am Freitag erklärt, Verhandlungen über das Programm seien weiterhin möglich, unter der Bedingung, dass der Iran seine Atom-Aktivitäten aufgebe. Der nächste Schritt in dem Streit soll am 3. September der Bericht des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, sein. Sollte sich der Iran weiter weigern, von seinem Atomprogramm Abstand zu nehmen, wird ein weiteres Treffen der IAEA wahrscheinlicher, bei dem die USA und die Europäer auf eine Überweisung des Falls an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die Verhängung von Sanktionen gegen die Islamische Republik dringen könnten.

In der Anlage bei Isfahan wird Uran-Hexafluorid, eine Vorstufe der Uran-Anreicherung, hergestellt. Die EU sieht darin einen Bruch ihres Abkommens mit Teheran vom November 2004. Teheran beruft sich auf das Recht Irans, als Unterzeichnerstaat des Atomwaffensperrvertrags und des Zusatzprotokolls der IAEO Uran im Rahmen eines zivilen Atomprogramms sowohl umzuwandeln als auch anzureichern. Schwach angereichertes Uran wird in Kernkraftwerken, hoch angereichertes zur Herstellung von Atomwaffen verwendet.

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