Iran: Hohe Wahlbeteiligung lässt Reformer hoffen

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Hohe Wahlbeteiligung lässt Reformer hoffen

Im Iran hat nach der Wahl des Parlaments und des Expertenrats die Auszählung der Stimmen begonnen. Das Votum gilt als richtungsweisend für das Land. Medien berichten von einer Führung der Reformer vor den Hardlinern.

TeheranNach Angaben des iranischen Innenministeriums haben 33 von 55 Millionen wahlberechtigten Iranern an der Parlamentswahl teilgenommen. Damit lag die Wahlbeteiligung bei 60 Prozent und konnte die vom Innenministerium erhoffte 70 Prozent Marke nicht erreichen. Es gab auch erste Ergebnisse aus kleineren Wahlbezirken, die aber nicht aussagekräftig sind.

Die Ergebnisse aus den Großstädten, besonders der Hauptstadt Teheran, seien noch nicht bekannt, sagte Ministeriumssprecher Hussein-Ali Amiri am Samstag. In einigen Städten werde es aber zu einer Stichwahl kommen, weil die Kandidaten nicht die erforderliche 25 Prozent der Stimmen erhalten haben, fügte der Sprecher hinzu.

Einige Medien berichten von einer Führung der Reformer vor den Hardlinern. Sprecher Amiri wies diese Berichte jedoch zurück und warnte vor Spekulationen. Ohne die Ergebnisse aus den Großstädten könne man noch keinen Trend erkennen. Beobachter glauben, dass die Reformer um Präsident Hassan Ruhani von der fast 60-prozentigen Wahlbeteiligung profitieren werden.

Das Votum gilt als richtungsweisend, weil es Auswirkungen auf den Reformkurs von Ruhani und eines Tages auch auf einen Nachfolger des konservativen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei haben könnte.

Bestimmt wurden 290 Abgeordnete des Parlaments und 88 Mitglieder des Expertenrats. Beide Gremien werden derzeit von Hardlinern kontrolliert. Bei der Parlamentswahl geht es unter anderem darum, ob Ruhani künftig auf stärkeren Rückenwind der Volksvertretung setzen kann. Viele iranische Hardliner lehnen seinen Kurs ab. Der Expertenrat bestimmt den geistlichen und politischen Anführer des Iran. In die achtjährige Amtszeit der am Freitag neu bestimmten Mitglieder könnte die Entscheidung über eine Nachfolge des 76-jährigen Chamenei fallen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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