Iran-Komplott

USA räumen Lücken in Beweislage ein

Dramatische Konfrontation zwischen den USA und Iran: Die angeblichen iranischen Attentatspläne auf den saudischen Botschafter Adel al-Dschubair in den USA haben die Spannungen zwischen beiden Staaten massiv verschärft.
Update: 13.10.2011 - 05:14 Uhr 21 Kommentare
Iran-Flagge. Quelle: Reuters

Iran-Flagge.

(Foto: Reuters)

Washington/Rias/TeheranDie US-Regierung hat hochrangigen Mitgliedern zufolge keine harten Beweise für Kenntnisse der obersten iranischen Führung von dem angeblichen Mordkomplott gegen den saudiarabischen Botschafter in Washington.

Es sei „mehr als wahrscheinlich“, dass die militärische Eliteeinheit Kuds von den Plänen gewusst hätten, sagten die Regierungsvertreter, die namentlich nicht genannt werden wollten, am Mittwoch. Diese Schlussfolgerung gründe sich aber vor allem auf Analysen und das Wissen über Aufbau und Funktionsweise der Kuds-Truppe. Die Aktion sei sicherlich nicht abseits des Systems geplant worden. Andere Teile der zersplitterten iranischen Führung wie Präsident Mahmud Ahmadinedschad müssten aber „nicht zwangsläufig davon gewusst haben“, sagten sie weiter.

Medienberichten zufolge ist der verhaftete Tatverdächtige vor rund einem Jahr in den Iran gezogen. Die Frau des 56-Jährigen beteuerte in Interviews seine Unschuld: Auch wenn sie inzwischen getrennt von ihm lebe, könne sie sich beim besten Willen nicht vorstellen, „dass er zu so etwas fähig wäre“, sagte sie dem TV-Sender KVUE im texanischen Austin.

Der Anklageschrift zufolge bekleidet ein Cousin des Verdächtigen einen hochrangigen Posten bei der Kuds-Truppe. Den Behörden zufolge hat der Angeklagte nach seiner Festnahme die Pläne unter Beisein von Ermittlungsbeamten mit einem Kuds-Verbindungsmann am Telefon diskutiert. Mehrere hochrangige Regierungsvertreter räumten ein, dass der angebliche Komplott ungewöhnlich schlecht organisiert worden sei. „Wir hätten erwartet, dass die Kuds-Truppe ihre Spuren effektiver verwischt“, sagte einer von ihnen. Ein anderer meinte, der Plan für einen gewaltsamen Angriff in den USA liege „sehr außerhalb des Musters“ jüngster Kuds-Aktionen.

Ein Iran-Experte des Kongresses äußerte Zweifel an den angeblichen Plänen. „Ein Autoverkäufer aus Texas, der nicht wirklich selbst ein Kuds-Mitglied ist und seit vielen Jahren in den USA lebt - das passt nicht zusammen“, sagte Kenneth Katzman. „Es kann dazu einen gewissen Kontakt mit der Kuds gegeben haben, aber die Idee eines gezielten, voll durchdachten Plans, genehmigt von hohen Stellen der iranischen Führung, strapaziert die Gutgläubigkeit.“

Obama telefoniert mit saudi-arabischem König Abdallah
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21 Kommentare zu "Iran-Komplott: Washington räumt Lücken in Beweislage ein"

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  • Mit Frieden kann man aber keine Milliarden verdienen. Krieg ist doch die beste Verdienstmöglichkeit, denn man zerstört erst und baut dann wieder auf. An den Waffen, die verbraucht werden und am Aufbau kann man verdienen.

  • Mit dem Recht des Stärkeren, der Atomraketen, Flugzeugträger und Atomuboote hat und in der ganzen Welt zuschlagen kann.

    Die USA verlangen, daß Verbrecher gegen die Menschlichkeit u.a. in Den Haag vor den internationalen Gerichtshof gestellt werden sollen, für ihre eigenen Bürger schließen sie das aber kategorisch aus und nehmen sich sogar das Recht heraus, sollte mal ein US-Bürger dort angeklagt werden, den mittels militärischer Mittel zu befreien.

    Man stelle sich das vor: Ein NATO-Land greift ein NATO-Land an, um einen Verbrecher aus dem Gefänglis zu holen.

    Das nennt sich Demokratie?

  • Ist doch kein Problem für die Amis. Angesichts der Tatsache, daß sie jetzt keine Soldaten und Flugzeuge mehr in den Krieg schicken müssen, weil die unbemannten Drohnen, die sie aus den USA in aller Welt agieren lassen können, am Ziel alles zusammenbomben können, ist der Verlust an US-Leben gleich Null. Auch von den Flugzeugträgern und U-Booten aus, läßt es sich bequem bomben. Da läßt sich doch leicht mal ein neuer Krieg vom Zaun brechen. Die repubklikanergesteuerte Rüstungsindustrie freut sich schon, die Arsenale wieder aufzufüllen.

  • Tja, wenn der Iran die israelischen Raketen kauft, die 7000 km weit fliegen, dann braucht er die nur auf éinem Schiff, weit vor den USA zu starten und die USA sind erreichbar. *g*

    Allerdings frage ich mich, wofür braucht Israel Raketen, die bis Berlin, Moskau, Johannesburg in Südafrika, oder fast bis Peking fliegen können? Zur Landesverteidigung bestimmt nicht.

  • Wer zweimal lügt, dem glaubt man hoffendlich nicht mehr

    Das erinnert mich doch total an die konstruierten Lügen der USA für die IRAK-Kriege.

    1. Krieg

    Vor der UN wird unter Tränen behauptet, Iraker hätten im besetzten Kuweit Babys aus den Betten gerissen und zu Tode getreten uam.

    Interessierte doch keinen, daß Kuweit durch Schrägbohrungen irakisches Öl angebohrt hatte und sich weigerte, das zu beenden.


    2. Krieg

    Angebliche Massenvernichtungswaffen im IRAK und Präsentation von Bildern irakischer Massenvernichtungsmittelfahrzeuge im Weltsicherheitsrat.

    Pech nur, nichts davon wurde gefunden. Hat Saddam die schnell noch alle aufgegessen, weil die vielleicht aus Schokolade waren?



    Jetzt sind es also die Iraner, gegen die vorgegangen werden soll. Angeblich bauen die ja Atomwaffen.

    Dumm nur, daß der Iran völkerrechtswidrig aufgefordert wurde, auf eine eigene Urananreicherung zu verzichten, obwohl der vom Iran unterschriebene Atomwaffensperrvertrag dieses ausdrücklich erlaubt.

    Tja, aber Israel darf Atomwaffen haben, unterliegt nicht dem Atomwaffensperrvertrag und darf auch nicht von der zuständigen internationalen Behörde kontrolliert werden.

    Kann es sein, daß den USA die Kontrolle der irakischen Ölfelder nicht mehr reicht und man jetzt auch auf die im Iran schielt?

  • …und täglich grüßt das Murmeltier. Aber vielleicht funktioniert es ja auch dieses Mal wieder. Unsere Bundessöldner jedenfalls stehen bereit. Wenn der Sheriff reiten geht, reiten alle mit und Guido rasselt schon mit dem Säbel. Egal wie der erneute Versuch ausgeht, eines Tages wird es passieren und dann haben wir ihn, den 3. Großen Krieg.

  • Ron308
    Häuptling Obama braucht mal wieder einen Krieg um von seinen Innerpolitischen Unzulänglichkeiten abzulenken. Wenn das
    mit dem Amis so weiter geht wird bald alles vor die Hunde gehen.

  • Amerika ist pleite ... und braucht mal wieder etwas Krieg. Ist doch eine gute Ablenkung der dummen US Volksmassen von den tatsächlichen Gegebenheiten. Nebeneffekt: dumme, ungebildete Arbeitslose werden auf den Schlachtfeldern kostengünstig "entsorgt".
    Obama kann ja nicht sagen: Wir wollen des iranische Öl und die iranischen Bodenschätze, da dies im Irak nicht geklappt hat. Also mal wieder einen Popanz aufbauen ... und die Juden machen da sicherlich gerne mit, wenn sie nicht ganz hinter diesem Schmierentheater stecken.

  • Ja, die Europa-Krise gibt ja im Augenblick nicht so viel her um vom Obama-Disaster in den USA abzulenken. Aber so wird es wohl bis zum Wahlkampf im naechsten Jahr weitergehen.

  • Eine dubiose Geschichte.
    Da bereits von möglichen "Kriegshandlungen" geredet wird, sollte Nachfolgendes des Lesens wert sein :

    So sagte Dwight D. Eisenhower (General und Präsident der USA) in seiner Rede „Chance for Peace“ am 16. April 1953:
    „Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, an denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.“

    Die Aussage Eisenhowers hat nach wie vor Gültigkeit und sollte nicht nur Obama sondern alle Politiker des Planeten kennen --- und beherzigen.

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