Iran
Mussawi kündigt neue Großdemonstration an

Im Iran hat der unterlegene Präsidentschaftskandidat Mir-Hossein Mussawi einen neuen öffentlichen Auftritt für Donnerstag angekündigt. Unterdessen erklärten selbst die Spieler der iranischen Fußball-Nationalmannschaft ihre Solidarität mit der Opposition.

HB TEHERAN. Mussawi rief seine Anhänger dazu auf, friedlich der getöteten Demonstranten zu gedenken. „Einige unserer Landsleute wurden verletzt oder sind den Märtyrertod gestorben“, erklärte Mussawi am Mittwoch auf seiner Internetseite. Dem Vernehmen nach ist für Donnerstag eine Großdemonstration vor dem Büro der Vereinten Nationen in Teheran geplant. Berichte über neue Proteste lagen zunächst nicht vor. Ein Justizvertreter drohte den Anführern der Demonstrationen mit der Todesstrafe. Zugleich wurden offenbar zwei prominente Regierungskritiker festgenommen.

Mussawi sagte, das Volk müsse sich solidarisch mit den Familien der Opfer zeigen, in den Moscheen zusammenkommen oder am friedlichen Protest teilnehmen. Er selbst werde am Donnerstag an Aktionen teilnehmen. Der Generalstaatsanwalt der Provinz Isfahan, Mohammadresa Habibi, erklärte, einige vom Ausland gesteuerte Personen versuchten, die innere Sicherheit des Landes zu gefährden, indem sie zu Zerstörung und Brandstiftung anstachelten. Er warnte laut Nachrichtenagentur Fars, dass das Islamische Recht für Menschen, die den Krieg gegen Gott führten, die Hinrichtung vorsehe.

Bei den festgenommenen Regierungskritikern handelte es sich nach Angaben aus Oppositionskreisen um den Herausgeber der Wirtschaftszeitung „Sarmajeh“, Said Lailas, und den Reformer Mohammadresa Dschalaiepur. Beide seien am Mittwochmorgen in Gewahrsam genommen worden. Lailas hatte sich mehrfach kritisch über die Wirtschaftspolitik und andere Vorhaben der Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad geäußert. Er wird häufig von ausländischen Medien zitiert.

Mit Blick auf die Pressezensur warf Mussawi der Regierung Intoleranz vor. Auch die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi schloss sich der Forderung nach Neuwahlen an. Selbst Spieler der iranischen Fußball-Nationalmannschaft demonstrierten bei einem WM-Qualifikationsspiel gegen Südkorea in Seoul mit grünen Armbändern für die Opposition.

Nach einem Angriff an der Universität von Teheran, bei dem Sicherheitskräfte nach Angaben aus Reformerkreisen vier Studenten töteten, wurden Ermittlungen eingeleitet. Die Universität widersprach der Darstellung, dass es bei dem Vorfall Tote gegeben habe.

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