Iran-Politik
Iran offen für Gespräche mit den USA

Der Iran ist nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad grundsätzlich zu einem Dialog mit den USA bereit. Solche Gespräche müssten jedoch auf der Basis gegenseitigen Respekts stattfinden, sagte Ahmadinedschad auf einer Kundgebung zum 30. Jahrestag der iranischen Revolution.

HB TEHERAN. Sein Land würde eine Änderung der Iran-Politik der USA begrüßen. Es müsse aber klar sein, „dass eine wirkliche Änderung fundamental sein muss und nicht nur taktisch.“

Der neue US-Präsident Barack Obama hatte am Montag die Möglichkeit diplomatischer Kontakte in den kommenden Monaten mit dem Iran in Aussicht gestellt. Er vollzog damit einen Bruch mit der Politik seines Vorgängers George W. Bush. Die USA und andere westliche Staaten werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms den Bau von Atomwaffen anzustreben. Der Iran bestreitet dies. Trotz des Gesprächsangebots drohte auch die neue US-Führung der Islamischen Republik mit härteren Sanktionen, falls die Arbeiten an dem umstrittenen Nuklear-Programm nicht eingestellt würden.

Ein Politikwechsel in Teheran hängt nicht allein von der Entscheidung des Präsidenten ab, sondern vom geistlichen Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Bisher hat sich Chamenei zum Politikwechsel der Regierung Obamas nicht geäußert. Ahmadinedschad steht zudem vor Präsidentschaftswahlen im Juni, bei denen er gegen seinen Amtsvorgänger Mohammed Chatami antreten muss. Der Reformer Chatami hat sich während seiner Präsidentschaft von 1997 bis 2005 um eine Entspannung mit dem Westen bemüht. Die Beziehungen zu den USA werden im Wahlkampf bereits heftig diskutiert. Viele Iraner sind der Isolation ihres Landes überdrüssig, andere favorisieren aber einen Hardliner, um von den USA mehr Zugeständnisse einzufordern.

Der Iran beging am Dienstag den 30. Jahrestag der Revolution, mit der die von den USA gestützte Regierung des Schahs gestürzt wurde. Im gleichen Jahr, 1979, stürmten radikale Studenten die US-Botschaft in Teheran und nahmen 52 US-Bürger für 444 Tage als Geiseln. Als Reaktion auf die Ereignisse brachen die USA 1980 ihre diplomatischen Beziehungen zum Iran ab.

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