Iran
Sanktionen des Westens lähmen die Wirtschaft

Die Sanktionen der westlichen Staaten gegen Iran zeigen Wirkung. Das räumte die Regierung in Teheran nun ein. Das Land kämpft mit einer galoppierenden Inflation, die bei über 20 Prozent liegen soll.
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TeheranDie Regierung in Teheran hat eingeräumt, dass die vom Westen verhängten Sanktionen das Wirtschaftsleben im Iran beeinträchtigen. Regierungsmitglieder und Abgeordnete hätten sich darauf verständigt, „die Auswirkungen der Sanktionen zu begrenzen", sagte Wirtschaftsminister Schamseddin Hosseini am Mittwoch der Nachrichtenagentur Irna.

Unter anderem sollten „Kürzungen im Haushalt" vorgenommen werden. Der Iran kämpft mit einer galoppierenden Inflation, die offiziell mit 21 Prozent angegeben wird, nach Einschätzung von Experten aber deutlich höher liegt.

Die USA und die Europäische Union hatten ihre Sanktionen Anfang Juli noch einmal deutlich verschärft. In den vergangenen Monaten wurde allmählich ein Ölimport-Embargo wirksam. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass die Ölexporte Irans inzwischen um 40 Prozent eingebrochen sind.

Teheran behauptete bislang, die vom Westen verhängten Sanktionen hätten kaum Auswirkungen. Allerdings müssen die Importe mangels Devisen in diesem Jahr voraussichtlich auf die Hälfte gedrosselt werden.

Das geistliche Oberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei, räumte bereits am Dienstagabend Probleme ein. Er rief die Iraner jedoch dazu auf, die Probleme „geeint" zu überwinden und „unseren Weg mit noch mehr Selbstvertrauen weiterzugehen." Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Bombe zu arbeiten. Die Führung in Teheran weist die Vorwürfe zurück und beharrt auf ihrem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • @martin_dux

    So ist es!! Vor einigen Jahren wollten meine Frau u. ich das Land bereisen. Aber schon in der ersten Vorbereitungsphase haben wir gesehen, dass die Menschenrechte dort nicht die geringste Rolle spielen.

    "Ein Land in dem Folter, Mord, Vergewaltigung, öffentliche Exekutionen und Verfolgung religiöse Minderheiten zum Alltag gehört . Ein völlig barbarisches Regime das seit über 30 Jahren sein eigenes Volk als Geisel behandelt."

    Wir stimmen hier völlig zu und haben unsere Vorbereitungen seinerzeit abgebrochen. Schade um das Volk und das Land.

  • Viel wichtiger als wirtschaftliche Probleme die das Land und die Bevölkerung enorm betreffen, ist die Menschenrechtslage im Iran. Ein Land mit nahezu keine politische und soziale Freiheiten. Ein Land in dem Folter, Mord, Vergewaltigung, öffentliche Exekutionen und Verfolgung religiöse Minderheiten zum Alltag gehört . Ein völlig barbarisches Regime das seit über 30 Jahren sein eigenes Volk als Geisel behandelt. Die Bestrebungen dieses Regime das Regional-und Atommacht zu werden, ist für das Region und die Welt fatal

  • Die Sanktionen tun den Iranern sicherlich weh, die wirtschaftlichen Probleme des Landes hängen aber nicht ausschließlich damit zusammen. Die Inflationsrate bspw. ist auch wegen der Subventionskürzungen und dem daraus folgenden Preisanstieg gestiegen - über 90% der Bevölkerung profitieren allerdings von entsprechenden Ausgleichszahlungen des Staates. Der IWF lobt dann auch Iran für dieses Reformprogramm. Die iranische Wirtschaft steht so schlecht nicht da:
    http://irananders.de/home/news/article/folgenschwere-fehleinschaetzungen-ueber-die-iranische-wirtschaft.html
    Iran wird also tatsächlich die Schwierigkeiten durch die Sanktionen überwinden und diese werden als Druckmittel erneut versagen. Auch die Ölgeschäfte werden über kurz oder lang wieder normal laufen.
    Im Gegensatz zum Irak, in dem unter den Folgen der Sanktionen die Schwächsten der Bevölkerung gelitten haben und 500000 Kinder deshalb gestorben sind, ist Iran in allen Bereichen in der Lage sich selber zu versorgen - Gott sei Dank muss man wohl sagen, denn sonst wären wir für das Leid Unschuldiger mitverantwortlich.Wenn Importe reduziert werden müssen, ist das zumindestens zum Teil ein Luxusproblem. Iran ist nicht nur Brennstoff- sondern auch Lebensmittelexporteur.

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