Iran treibt nukleare Aufrüstung voran
Wie Teheran die EU und die Uno narrt

In der vergangenen Nacht lief das Uno-Ultimatum an Iran aus. Wie die Internationale Atomenergiebehörde berichtet, hat die Regierung in Teheran die Urananreicherung nicht eingestellt. Und die Mullahs werden auch weiterhin keinen Grund zum Einlenken sehen. Schließen könnten sie noch in diesem Jahr den „point of no return“ erreichen.

DÜSSELDORF. In der Konzerthalle Vahdat, der größten Teherans, herrscht Feststimmung. Wenige Tage bevor das Ultimatum der Uno im Atomstreit ausläuft, wird ein Werk von Kambiz Roshan Ravan uraufgeführt. Der Name der Sinfonie könnte kaum aktueller sein: „Atomenergie“. Der Staat hat an Beamte und Akademiker Freikarten verteilt. Kunst und Politik, Vergnügen und Fortschritt gehen Hand in Hand. Während die Elite des Gottesstaates den Klängen des Atom-Opus lauscht, sind rund 200 Kilometer südwestlich Ingenieure an der Arbeit. Sie bereiten die nächste Etappe auf dem Weg zur A-Bombe vor.

Nachdem die letzten Töne der „Atomenergie“ verklungen sind, weiht Präsident Mahmud Ahmadinedschad die neueste Atomanlage ein: einen Schwerwasser-Reaktor, wo große Mengen Plutonium anfallen werden, das zum Bau von Atombomben verwendet werden kann. Kaum hat Ahmadinedschad das Band durchschnitten, vermeldet ein Armeesprecher einen weiteren Durchbruch – den Abschuss einer Rakete von einem U-Boot im Golf.

In der vergangenen Nacht lief das Uno-Ultimatum aus, und nach dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergiebhörde (IAEA) hat Iran nicht – wie gefordert – die Urananreicherung eingestellt. Nun müssen sich die Sicherheitsratsmitglieder entscheiden, ob sie mit den angedrohten Sanktionen ernst machen – doch die Mullahs sehen keinen Grund zum Einlenken. Sie haben die nukleare Aufrüstung systematisch vorangetrieben. In fünf bis zehn Jahren, so schätzen US-Geheimdienstler, werde Iran im Besitz der Nuklearwaffe sein. Noch in diesem Jahr könnte Teheran den „point of no return“ erreichen: Dann werde Iran in der Lage sein, genügend spaltbares Material für den Bau von Atomwaffen zu produzieren, ohne auf ausländische Hilfe angewiesen zu sein.

Nicht nur Künstler wie Roshan Ravan stellen sich in den Dienst der Atomstrategen, sondern auch die Geistlichen. Einflussreiche Ajatollahs haben dem Gebrauch der Nuklearwaffe bereits eine Fatwa gewidmet. Erzkonservative Geistliche erklärten, die Bombe stehe im Einklang mit der Scharia, dem islamischen Religionsgesetz. Es sei nur „natürlich“, sich die Bombe zu beschaffen: „Die ganze Welt“ verfüge darüber, und deshalb sei sie zur Selbstverteidigung nötig.

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