Iran
Um Ahmadinedschad wird es einsam

Bis jetzt waren es die ausländische Presse und westliche Politiker, die einen „psychologischen Propaganda-Krieg“ gegen den Iran führten - jedenfalls nach Meinung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Jetzt unterstellt er dies auch der hiesigen Presse und ehemaligen Parteifreunden im iranischen Parlament.

HB TEHERAN. Die Nachrichtenagentur Mehr, die Ahmadinedschad bislang sehr nahe stand, zitierte am Mittwoch zwei Mitglieder des auswärtigen Ausschusses im Parlament, nach Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani habe nun auch Außenminister Manuchehr Mottaki seinen Rücktritt eingereicht.

Die Meldung wurde von Ahmadinedschad umgehend kategorisch und mit dem Hinweis auf einen „Psycho-Krieg gegen die Regierung“ dementiert - aber im Fall Laridschani waren die Dementis am Anfang genauso vehement. „Am Ende bleibt dann keiner mehr übrig“, sagte Mohammad Haschemi, Ahmadinedschad-Krtiker und Bruder von Ex- Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani.

Die Mehrheit des Parlaments, das von der Abadgaran-Partei, der wichtigsten Stütze Ahmadinedschads bei der Präsidentenwahl 2005, dominiert wird, hat Laridschani nach dessen Rücktritt demonstrativ in höchsten Tönen gelobt. „Diese Initiative war mehr ein Protest gegen Ahmadinedschad als Lob für Laridschani“, sagte ein ehemaliger Abgeordneter aus dem Reformlager.

Wichtiger als die Geste des Parlaments war die Kritik aus dem Büro des religiösen Führers, Ajatollah Ali Chamenei, der laut Verfassung das letzte Wort in allen politischen Belangen hat. „Das hätte in dieser heiklen Phase (des Atomstreits) definitiv nicht passieren dürfen“, sagte der außenpolitischer Berater Chameneis, Ali-Akbar Welajati. „Der Welajati muss das wissen, weil er selber 16 Jahre (1981-1997) Außenminister war“, so ein westlicher Diplomat in Teheran. Zwar halten Beobachter eine Krise zwischen Chamenei und Ahmadinedschad für unwahrscheinlich, aber viel Harmonie scheint es zumindest nach Welajatis Bemerkung auch nicht mehr zu geben.

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