Iran und sein General Suleimani
Umjubelter Schlächter, gehasster Retter

Der Westen braucht Irans Top-Strategen Qassem Suleimani im Kampf gegen die Terrormiliz IS. Dafür schauen die USA bei anderen Gräueltaten des Generals weg – und lassen ihn die Strippen ziehen. Seine Macht wächst.
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DüsseldorfSeine Auftritte in der Öffentlichkeit sind rar, seine Worte und Gesten sorgsam gewählt: Teetrinkend mit Soldaten zeigt er sich kurz hinter der Frontlinie im Irak oder kniend in der Moschee, unauffällig in der zweiten Reihe. Bei der Beerdigung einer seiner Männer rinnen Tränen über sein Gesicht. Qassem Suleimani, der iranische General, ist kein Mann vieler Worte. Doch die wenigen, die er spricht, verfehlen selten ihre Wirkung.

„Die IS-Kämpfer nähern sich dem Ende – ihres Lebens“, ließ er sich etwa im Februar zitieren. Vor zwei Wochen eroberten irakische Einheiten tatsächlich gemeinsam mit Kurden – und eben Suleimanis schiitischen Einheiten – Tikrit zurück und vertrieben den Islamischen Staat (IS) aus der strategisch wichtigen und lang als verloren gegoltenen Stadt.

Möglich gemacht hat das der Mann mit dem mittlerweile ergrautem, akkurat gestutzten Vollbart. Suleimani, der auf Bildern deutlich größer wirkt als er tatsächlich ist, ist das Gesicht des schiitischen Kampfes gegen die sunnitische Terrormiliz auf dem Boden des Iraks. Aber das ist nur eines seiner vielen Gesichter.

Suleimanis Männer der Quds-Brigade, einer Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden für exterritoriale Einsätze, sind nicht nur an der Seite der US-geführten Allianz gegen den IS in den Kampf gezogen, in dessen Verlauf der Veteran des Iran-Irak-Kriegs sogar selbst irakische Einheiten kommandiert. Während dieser Einsätze führten schiitische Milizen auch ethnische Säuberungen in sunnitischen Dörfern durch. Und die USA schauten weg.

Suleimani kämpft ebenfalls an der Seite von Syriens Diktator Baschar al-Assad gegen die syrischen Rebellen und die letzten Reste der versprengten syrischen Opposition – und damit indirekt gegen den Westen, der Assad ächtet. Die USA belegten Suleinmani deshalb mit Sanktionen.

Seine Hilfe gegen den IS nehmen sie dagegen gern an – so lange darüber nicht zu laut gesprochen wird. Offiziell will Suleimani kaum jemand bei den irakischen Einheiten gesehen haben. Von einem britischen BBC-Journalisten vor laufender Kamera auf den berüchtigten General angesprochen, verneinen die Irakis die Anwesenheit des Generals. Sie lächeln nur unsicher und werden unruhig, als der Name des gefürchteten Kommandeurs fällt.

Andere Staaten betrachten die Unterstützung des Irans für die schiitische Regierung im Irak im Kampf gegen die sunnitische Terrormiliz mit Sorge. „Die Situation vor Tikrit ist ein Paradebeispiel dafür, was uns gegen den Strich geht“, polterte jüngst der saudische Außenminister Saud al-Faisal. „Iran ist dabei, den Irak zu übernehmen.“

Doch der Irak ist nur eines von vielen Kampffeldern für Suleimani und seine Männer. Er unterstützt mit einem weit verzweigten Netzwerk mehrere schiitische Organisationen im Nahen Osten – etwa die Hisbollah im Libanon und die Huthi-Rebellen im Jemen. Kämpfen ließ er schiitische Milizen vor dem Afghanistan-Einmarsch der USA 2001 auch gegen die Taliban. In fast allen regionalen Konflikten mischte und mischt er als verlängerter Arm Teherans mit.

Die Tatsache, dass Suleimani im Irak mit den USA-geführten Allianz kooperiert und die USA erfolgreich auf eine Beilegung des Atomstreits mit dem Iran hingearbeitet haben, „lässt es für die Syrer so aussehen, als habe Suleimani von der internationalen Gemeinschaft einen Freibrief dafür erhalten, Sunniten abzuschlachten und zu vertreiben“, urteilt Syrien-Expertin Petra Becker von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin.

Kommentare zu " Iran und sein General Suleimani : Umjubelter Schlächter, gehasster Retter"

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  • ... "Da es in jeder Republik mächtige Männer und ohnmächtiges Volk gibt, kann man zweifeln, in wessen Hände man am besten den Schutz der Freiheit legen soll."...
    Niccoló Machiavelli (1469 - 1527)

  • Umjubelter Schlächter, gehasster Retter
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    Das dürfte ja wohl mehr auf die Amis und ISraeliten zutreffen.

    Tatsache ist, dass der IRAN seit über 300 Jahren keinen Krieg begonnen hat. Alles andere ist billige agiation und wirft ewin mieses Bild auf den Autor Désirée Linde.

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