Iran will Uran-Anreicherung stoppen
Uno kritisiert Verstöße Irans gegen Atomvertrag

Verstöße Teherans gegen den Atomwaffensperrvertrag hat die Internationale Atomenergiebehörde IAEA nach Diplomatenangaben in einem Bericht zu Iran festgestellt. Einen Hinweis auf ein geheimes Atomwaffenprogramm des Iran habe die IAEA aber nicht gefunden. Zuvor hatte Teheran angekündigt, das Programm zur Uran-Anreicherung einzustellen.

HB MOSKAU. Auszüge aus dem am Montag erstellten Dokument der IAEA las ein Diplomat der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon vor. „Aufgrund der Informationen, die der IAEA derzeit vorliegen, ist klar, dass der Iran seinen Verpflichtungen in mehreren Fällen und über einen langen Zeitraum nicht nachgekommen ist“, zitierte der Diplomat aus dem Bericht.

Die IAEA erkläre in dem Dokument, dass die Untersuchungen zwar noch nicht abgeschlossen seien, aber bislang keine Beweise für die Existenz eines Atomwaffenprogramms vorlägen, sagte der Diplomat. Weil der Iran bis vergangenen Monat die Linie verfolgt habe, sein Atomprogramm zu verschweigen, werde es jedoch noch einige Zeit dauern, bis die IAEA daraus folgern könne, dass das iranische Atomprogramm nur friedlichen Zwecken diene, hieß es dem Diplomaten zufolge in dem Bericht.

Der Chef des Nationalen Sicherheitsrates im Iran, Hassan Rohani, kündigte am Montag während eines Besuchs in Moskau an, dass der Iran sein umstrittenes Programm zur Uran-Anreicherung mit sofortiger Wirkung vorerst einstellen werde. Angereichertes Uran kann zur Herstellung von Atomwaffen benutzt werden. Der Iran hat allerdings Vorwürfe der USA zurückgewiesen, nach Atomwaffen zu streben. Am 23. Oktober hatte der Iran der IAEA einen Bericht über sein Atomprogramm übergeben und war damit einer Forderung der UNO-Behörde nachgekommen.

Über die jüngsten Erkenntnisse der IAEA über das Atomprogramm des Iran sollen die Diplomaten, die dem aus 35 Staaten bestehenden Gouverneursrat der Behörde angehören, in einer Sitzung des Gremiums am 20. November beraten. Es wird erwartet, dass die USA bei der Sitzung darauf drängen werden, dass sich der UNO-Sicherheitsrat mit dem Iran befassen solle, weil das Land gegen den Atomwaffensperrvertrag verstoßen habe. Der Sicherheitsrat könnte Sanktionen gegen den Iran verhängen. Ein Diplomat räumte den USA jedoch geringe Chancen ein, in dieser Sitzung ein solches Vorgehen der IAEA zu erreichen.

Rohani erklärte in Moskau, dass Russland im Iran den umstrittenen Atomreaktor von Buschehr fertig stellen werde. Die USA hatten sich vergeblich darum bemüht, Russland zu einen Rückzug aus dem Buschehr-Projekt zu bewegen.

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